Pekepoo
Pekingese × Pudel — Größe, Fell, Pflege & Gesundheit
Pekepoo = Pekingese × Pudel. Auch bekannt als Peekapoo, Pekapoo, Pekingese-Pudel-Mix. Ein Doodle ist keine anerkannte Rasse, sondern ein Mischling — alle Angaben unten sind typische Spannen, keine Garantie. Den großen Überblick über alle Varianten samt Faktencheck findest du im Doodle-Ratgeber.
- 📏 Größe
- ca. 20–30 cm
- ⚖️ Gewicht
- ca. 4–9 kg
- 🧬 Fell
- lang-wellig bis lockig, viele Farben
- 🪮 Haaren
- gering
- ✂️ Pflege
- täglich kämmen, Schur alle 5–7 Wochen
- 🎾 Auslastung
- gering: 30–45 Minuten in kühlen Stunden
- 🐾 Für Anfänger
- bedingt – nur mit Blick auf Atemwege und Fellpflege
- ❤️ Lebenserwartung
- ca. 11–15 Jahre
🐩 Was ist ein Pekepoo?
Der Pekepoo kreuzt den Pekingesen mit dem Zwerg- oder Toypudel. Er ist einer der ältesten Doodles überhaupt — Verpaarungen dieser Art gab es schon in den 1950er-Jahren in den USA.
Wie beim Shih-Poo steht ein Thema ganz vorn: Der Pekingese ist eine extrem kurzköpfige Rasse und gehört zu den am stärksten betroffenen Hunden beim brachyzephalen Atemwegssyndrom. Kurze Nase, enge Nasenlöcher, hervorstehende Augen — das ist keine Randnotiz, sondern der zentrale Punkt.
Der Pudelanteil kann die Nase verlängern und die Atemwege entlasten. Verlassen kann man sich darauf nicht. Wer einen Welpen anschaut, sollte auf geräuschlose Atmung in Ruhe achten und einen Hund mit hörbarem Röcheln nicht kaufen.
📜 Herkunft
Der Pekepoo entstand in den USA und gilt zusammen mit dem Cockapoo als einer der ersten bewusst gezüchteten Pudel-Mixe. Der Pekingese selbst war jahrhundertelang ein chinesischer Palasthund.
Anerkannt ist die Kreuzung nicht. Beim brachyzephalen Elternteil ist das besonders relevant, weil es in der Doodle-Zucht keinerlei Auflagen zu Nasenlänge oder Belastungstests gibt — anders als inzwischen in Teilen der geregelten Rassezucht.
📏 Größenvarianten
Pekepoos bleiben mit 20 bis 30 cm und 4 bis 9 kg klein. Der Pekingese bringt einen gedrungenen, schweren Körperbau mit; der Pudel macht das Ergebnis meist etwas leichter und hochbeiniger.
Für die Gesundheit ist genau das ein Vorteil: Längere Beine und ein längerer Fang bedeuten weniger Belastung für Atmung und Rücken. Achte beim Welpen entsprechend mehr auf den Körperbau als auf die Fellfarbe.
🧬 Fell & Haaren
Der Pekingese hat langes, dichtes Deckhaar mit reichlich Unterwolle und haart deutlich. Mit der Pudellocke entstehen meist lang-wellige bis lockige Hunde mit spürbar geringerem Haarverlust.
- F1: oft lang-wellig; erbt der Hund die Unterwolle, haart er mehr als erwartet.
- F1b: lockiger und haarärmer, dafür pflegeintensiver.
Dichtes Fell auf einem kurzköpfigen Hund ist im Sommer ein doppeltes Problem: Der Hund kann schlechter hecheln und ist zusätzlich isoliert. Ein kürzerer Sommerschnitt ist hier ausdrücklich sinnvoll.
✂️ Pflegeaufwand
Der Aufwand ist hoch und betrifft mehr als das Fell:
- Täglich durchkämmen, bis auf die Haut — Unterwolle verfilzt schnell.
- Schur alle 5–7 Wochen, im Sommer kürzer — siehe Hundesalons.
- Gesichtsfalten täglich reinigen und trocknen, sonst entzündet sich die Haut in den Falten.
- Augen kontrollieren: Hervorstehende Augen verletzen sich leichter; Trübungen oder Kneifen gehören sofort abgeklärt.
🧠 Wesen & Auslastung
Vom Pekingesen kommen Würde, Eigensinn und eine gewisse Distanz zu Fremden — er ist kein Hund, der jedem um den Hals fällt. Vom Pudel kommen Lernfreude und deutlich mehr Kontaktfreude.
Das Ergebnis ist meist ein anhänglicher, ruhiger Begleiter mit eigenem Kopf. Training funktioniert über Motivation, nicht über Druck: Ein Pekepoo, der keine Lust hat, verweigert schlicht. Passende Kurse findest du bei den Hundeschulen.
Der Alltag ist von der Hitzeempfindlichkeit geprägt: Bei Wärme nur früh morgens und spät abends nach draußen, kein Sport, kein Autoparken in der Sonne. Was zu beachten ist, steht unter Hitze.
🩺 Gesundheit: was aus beiden Linien kommt
🧬 Aus der Pudel-Linie
- Progressive Retinaatrophie (prcd-PRA) — Fortschreitende Netzhautdegeneration, die zuerst zu Nachtblindheit und später zur Erblindung führt. Beim Pudel per Gentest sicher abklärbar, deshalb gehört das Ergebnis beider Elterntiere auf den Tisch.
- Hüftgelenksdysplasie — Fehlentwicklung des Hüftgelenks mit späterer Arthrose; beim Großpudel als Elternteil großer Doodles das wichtigste orthopädische Thema und über eine Röntgenauswertung beurteilbar.
- Idiopathische Epilepsie — Wiederkehrende Krampfanfälle ohne erkennbare andere Ursache, meist mit Beginn im jungen Erwachsenenalter. Es gibt keinen Gentest, wohl aber die Frage an den Züchter nach Anfallsleiden in der Linie.
- Von-Willebrand-Erkrankung Typ 1 — Erbliche Störung der Blutgerinnung, die bei Verletzungen und Operationen zu verlängerten Blutungen führen kann. Beim Pudel ist Typ 1 bekannt und per Gentest überprüfbar.
- Sebadenitis — Entzündliche Erkrankung der Talgdrüsen der Haut mit Schuppen, Haarverlust und stumpfem Fell. Sie tritt beim Pudel gehäuft auf und wird über eine Hautbiopsie diagnostiziert.
- Patellaluxation — Verlagerung der Kniescheibe aus ihrem Gleitlager, die von gelegentlichem Hüpfen im Schritt bis zu dauerhafter Lahmheit reicht. Bei Zwerg- und Toypudeln als Elternteil ist sie das wichtigste orthopädische Thema und wird tierärztlich beurteilt.
🧬 Aus der Linie Pekingese
- Brachyzephales Atemwegssyndrom — Sehr kurze Nase, enge Nasenlöcher und ein zu langes Gaumensegel führen zu Atemnot, Röcheln und starker Hitzeempfindlichkeit. Der Pekingese gehört zu den am stärksten betroffenen Rassen überhaupt.
- Augenerkrankungen — Durch die flache Augenhöhle liegen die Augen exponiert; Hornhautgeschwüre, trockenes Auge und ein Vorfall des Augapfels sind beim Pekingesen bekannt und können das Auge innerhalb von Stunden gefährden.
- Bandscheibenerkrankung — Der gedrungene Körperbau mit kurzen Beinen und langem Rücken begünstigt Vorfälle von Bandscheibenmaterial mit Schmerzen bis hin zu Lähmungen. Beim Pekingesen ist das beschrieben.
- Hautfaltendermatitis — In den Gesichtsfalten sammeln sich Feuchtigkeit und Keime, was zu geröteter, entzündeter und schmerzhafter Haut führt. Tägliche Reinigung und Trocknung der Falten ist deshalb Pflicht.
- Geburtsschwierigkeiten — Der große Kopf im Verhältnis zum Becken führt beim Pekingesen häufig zu Kaiserschnitten. Das ist bei der Bewertung einer Zucht ein wichtiger Punkt, weil es die Belastung für die Hündin zeigt.
🔬 Diese Untersuchungen der Elterntiere solltest du sehen
- Augenuntersuchung beider Elterntiere durch eine Fachtierärztin oder einen Fachtierarzt für Augenheilkunde (Katarakt, Netzhaut)
- prcd-PRA-Gentest beider Elterntiere
- Patella-Beurteilung des kleinen Pudel-Elternteils
- Beurteilung von Nasenlöchern und Atemgeräuschen beider Elterntiere in Ruhe und nach Belastung
- Augenuntersuchung auch der Pekingesen-Seite
- Auskunft über Kaiserschnitte und Rückenprobleme in der Zuchtlinie
Ein Doodle kann Erbkrankheiten beider Elternlinien erben. Dass Mischlinge robuster wären, ist nicht belegt: Bryson et al. (PLoS One 2024, 9.402 Hunde) fanden in 86,6 % der Vergleiche keinen Unterschied zu den Ursprungsrassen — mehr dazu im Doodle-Faktencheck. Entscheidend ist die Gesundheitstestung der Elterntiere. Für Vorsorge und Checks findest du Praxen in unserem Tierarzt-Verzeichnis.
🎯 Für wen passt ein Pekepoo?
✅ Passt zu dir, wenn …
- du einen ruhigen, anhänglichen Wohnungshund mit eigenem Kopf suchst
- du beim Züchter kompromisslos auf freie Atemwege achtest
- du täglich kämmst und Gesichtsfalten sauber hältst
- du im Sommer bereit bist, den Tagesablauf am Hund auszurichten
⛔ Eher nicht, wenn …
- du einen Hund für Sport, Wanderungen oder lange Sommertouren suchst
- du im Welpenalter über Röcheln hinwegsehen würdest
- du wenig Zeit für tägliche Fell- und Faltenpflege hast
- dir die möglichen Kosten einer Atemwegsoperation nicht bewusst sind
🔗 Ähnliche Varianten
❓ Häufige Fragen
Hat ein Pekepoo Atemprobleme?
Das Risiko ist real. Der Pekingese gehört zu den am stärksten kurzköpfigen Rassen überhaupt. Der Pudelanteil kann die Nase verlängern und die Atemwege entlasten, garantiert ist das aber nicht. Achte beim Welpenbesuch auf offene Nasenlöcher und geräuschlose Atmung in Ruhe — röchelnde Welpen sind ein Ausschlusskriterium.
Wie viel Bewegung braucht ein Pekepoo?
Etwa 30 bis 45 Minuten am Tag, verteilt auf mehrere kurze Runden in den kühlen Stunden. Er ist ein Gesellschaftshund ohne Arbeitsauftrag. Bei Wärme gilt: nur früh morgens und spät abends nach draußen, kein Sport und niemals im Auto warten lassen.
Wie aufwendig ist die Pflege?
Hoch. Das dichte Fell muss täglich bis auf die Haut durchgekämmt werden, dazu kommt alle fünf bis sieben Wochen ein Salontermin. Ebenso wichtig sind die Gesichtsfalten: Sie müssen täglich gereinigt und getrocknet werden, sonst entzündet sich die Haut darin.
Welche Gesundheitsrisiken hat ein Pekepoo?
Aus der Pekingesen-Linie vor allem das brachyzephale Atemwegssyndrom, Augenerkrankungen durch die flache Augenhöhle, Bandscheibenprobleme und Entzündungen der Hautfalten. Aus der Pudel-Linie kommen prcd-PRA, Epilepsie, von-Willebrand-Erkrankung und Patellaluxation dazu.