Lhasapoo
Lhasa Apso × Pudel — Größe, Fell, Pflege & Gesundheit
Lhasapoo = Lhasa Apso × Pudel. Auch bekannt als Lhasa-Poo, Lhasadoodle, Lhasa-Apso-Pudel-Mix. Ein Doodle ist keine anerkannte Rasse, sondern ein Mischling — alle Angaben unten sind typische Spannen, keine Garantie. Den großen Überblick über alle Varianten samt Faktencheck findest du im Doodle-Ratgeber.
- 📏 Größe
- ca. 23–33 cm
- ⚖️ Gewicht
- ca. 5–10 kg
- 🧬 Fell
- lang-seidig bis lockig, viele Farben
- 🪮 Haaren
- gering
- ✂️ Pflege
- täglich kämmen, Schur alle 5–7 Wochen
- 🎾 Auslastung
- moderat: 45–60 Minuten plus Kopfarbeit
- 🐾 Für Anfänger
- ja – bei realistischer Einschätzung des Pflegeaufwands
- ❤️ Lebenserwartung
- ca. 12–16 Jahre
🐩 Was ist ein Lhasapoo?
Der Lhasapoo kreuzt den Lhasa Apso mit dem Zwerg- oder Kleinpudel. Beide bringen ein nachwachsendes Fell mit — das Ergebnis haart entsprechend wenig, muss dafür aber täglich gekämmt werden.
Der Lhasa Apso ist kein reiner Schoßhund: In tibetischen Klöstern war er Wachhund im Innenbereich. Davon ist geblieben, was Halter heute am ehesten merken — er meldet zuverlässig und ist Fremden gegenüber zurückhaltend.
Der Pudel gleicht das ab: mehr Kontaktfreude, mehr Lernwille, weniger Eigensinn. Die Mischung ist meist ein aufmerksamer, angenehm ruhiger Wohnungshund mit eigener Meinung.
📜 Herkunft
Der Lhasapoo entstand in Nordamerika. Der Lhasa Apso stammt aus Tibet, wo er über Jahrhunderte in Klöstern und Häusern als Wächter gehalten wurde — nicht als Schoßhund.
Anerkannt ist die Kreuzung nicht. Beim Lhasa Apso ist ein Punkt besonders wichtig: Die Rasse hat eine dokumentierte Veranlagung zur Nierendysplasie. Blut- und Urinwerte der Elterntiere sind deshalb eine sinnvolle Frage vor dem Kauf.
📏 Größenvarianten
Lhasapoos liegen meist bei 23 bis 33 cm und 5 bis 10 kg. Der Lhasa Apso ist kompakt und kräftiger gebaut, als sein langes Fell vermuten lässt.
Für den Alltag ist das eine angenehme Größe: robust genug für lange Spaziergänge, klein genug für Wohnung, Bahn und Café. Die Endgröße eines Mischlingswelpen bleibt trotzdem eine Schätzung.
🧬 Fell & Haaren
Der Lhasa Apso hat langes, hartes Deckhaar mit wenig Unterwolle, das nachwächst statt auszufallen. Zusammen mit der Pudellocke entstehen haararme Hunde in vielen Farben.
- F1: meist lang-seidig bis wellig, geringer Haarverlust.
- F1b: lockiger, noch pflegeintensiver.
Das lange Haar fällt dem Lhasa Apso traditionell ins Gesicht. Viele Halter binden es hoch oder lassen es kürzen — beides ist sinnvoller, als dem Hund die Sicht zu nehmen.
✂️ Pflegeaufwand
Der Aufwand ist der Preis für das haararme Fell:
- Täglich durchkämmen, bis auf die Haut — besonders hinter den Ohren und an den Achseln.
- Schur alle 5–7 Wochen — siehe Hundesalons.
- Augenpartie freihalten und täglich reinigen.
- Ohren kontrollieren: Behaarte Hängeohren neigen zu Entzündungen.
🧠 Wesen & Auslastung
Vom Lhasa Apso kommen Wachsamkeit, Selbstbewusstsein und eine gesunde Zurückhaltung gegenüber Fremden; vom Pudel Lernfreude, Offenheit und Menschenbezug. Das Ergebnis ist ein ruhiger, aufmerksamer Begleiter, der nicht jedem sofort vertraut.
Das größte Alltagsthema ist das Melden: Ein Lhasa-Erbe kommentiert Geräusche im Treppenhaus zuverlässig. Frühes Training lenkt das in ruhige Bahnen — konkrete Schritte stehen unter Bellen, Kurse findest du bei den Hundeschulen.
Training funktioniert über Motivation: Beide Elternrassen arbeiten gern mit, wenn es sich lohnt, und stellen sich stur, wenn Druck ins Spiel kommt.
🩺 Gesundheit: was aus beiden Linien kommt
🧬 Aus der Pudel-Linie
- Progressive Retinaatrophie (prcd-PRA) — Fortschreitende Netzhautdegeneration, die zuerst zu Nachtblindheit und später zur Erblindung führt. Beim Pudel per Gentest sicher abklärbar, deshalb gehört das Ergebnis beider Elterntiere auf den Tisch.
- Hüftgelenksdysplasie — Fehlentwicklung des Hüftgelenks mit späterer Arthrose; beim Großpudel als Elternteil großer Doodles das wichtigste orthopädische Thema und über eine Röntgenauswertung beurteilbar.
- Idiopathische Epilepsie — Wiederkehrende Krampfanfälle ohne erkennbare andere Ursache, meist mit Beginn im jungen Erwachsenenalter. Es gibt keinen Gentest, wohl aber die Frage an den Züchter nach Anfallsleiden in der Linie.
- Von-Willebrand-Erkrankung Typ 1 — Erbliche Störung der Blutgerinnung, die bei Verletzungen und Operationen zu verlängerten Blutungen führen kann. Beim Pudel ist Typ 1 bekannt und per Gentest überprüfbar.
- Sebadenitis — Entzündliche Erkrankung der Talgdrüsen der Haut mit Schuppen, Haarverlust und stumpfem Fell. Sie tritt beim Pudel gehäuft auf und wird über eine Hautbiopsie diagnostiziert.
- Patellaluxation — Verlagerung der Kniescheibe aus ihrem Gleitlager, die von gelegentlichem Hüpfen im Schritt bis zu dauerhafter Lahmheit reicht. Bei Zwerg- und Toypudeln als Elternteil ist sie das wichtigste orthopädische Thema und wird tierärztlich beurteilt.
🧬 Aus der Linie Lhasa Apso
- Nierendysplasie — Fehlentwicklung des Nierengewebes, die bereits junge Hunde betreffen kann und sich durch vermehrtes Trinken, Abmagern und Erbrechen zeigt. Beim Lhasa Apso ist sie dokumentiert und über Blut- und Urinwerte erkennbar.
- Keratokonjunktivitis sicca — Zu geringe Tränenproduktion führt zu trockenem Auge, zähem Sekret und Hornhautschäden. Beim Lhasa Apso ist sie verbreitet und erfordert meist eine lebenslange Behandlung mit Augentropfen.
- Progressive Retinaatrophie — Fortschreitende Netzhautdegeneration mit zunehmendem Sehverlust bis zur Erblindung. Beim Lhasa Apso ist sie beschrieben, weshalb eine augenärztliche Untersuchung der Elterntiere sinnvoll ist.
- Patellaluxation — Verlagerung der Kniescheibe aus ihrem Gleitlager mit Hüpfen im Schritt bis zu dauerhafter Lahmheit. Bei kleinen Rassen einschließlich des Lhasa Apso verbreitet und tierärztlich beurteilbar.
- Bandscheibenerkrankung — Der kompakte Körperbau mit vergleichsweise kurzen Beinen begünstigt Vorfälle von Bandscheibenmaterial mit Schmerzen bis hin zu Lähmungen. Sprünge von Möbeln und Übergewicht erhöhen das Risiko.
🔬 Diese Untersuchungen der Elterntiere solltest du sehen
- Augenuntersuchung beider Elterntiere durch eine Fachtierärztin oder einen Fachtierarzt für Augenheilkunde (Katarakt, Netzhaut)
- prcd-PRA-Gentest beider Elterntiere
- Patella-Beurteilung des kleinen Pudel-Elternteils
- Patella-Beurteilung auch der Lhasa-Apso-Seite
- Blut- und Urinwerte zur Nierenfunktion der Lhasa-Apso-Seite
- Augenuntersuchung auch der Lhasa-Apso-Seite (trockenes Auge, Netzhaut)
Ein Doodle kann Erbkrankheiten beider Elternlinien erben. Dass Mischlinge robuster wären, ist nicht belegt: Bryson et al. (PLoS One 2024, 9.402 Hunde) fanden in 86,6 % der Vergleiche keinen Unterschied zu den Ursprungsrassen — mehr dazu im Doodle-Faktencheck. Entscheidend ist die Gesundheitstestung der Elterntiere. Für Vorsorge und Checks findest du Praxen in unserem Tierarzt-Verzeichnis.
🎯 Für wen passt ein Lhasapoo?
✅ Passt zu dir, wenn …
- du einen ruhigen, aufmerksamen Wohnungshund suchst
- du täglich Zeit fürs Kämmen und alle 5–7 Wochen den Hundesalon einplanst
- du Melden früh in ruhige Bahnen lenkst
- du über Motivation statt über Druck trainierst
⛔ Eher nicht, wenn …
- du wenig Zeit für Fellpflege hast
- du einen Hund erwartest, der jeden Fremden sofort begrüßt
- du in einer hellhörigen Wohnung keinen meldefreudigen Hund gebrauchen kannst
- der Züchter keine Nieren- und Augenwerte der Lhasa-Seite vorlegt
🔗 Ähnliche Varianten
❓ Häufige Fragen
Haart ein Lhasapoo?
Sehr wenig. Beide Elternteile haben ein nachwachsendes Fell ohne nennenswerte Unterwolle, ausgefallene Haare bleiben meist im Fell hängen. Ein allergikertauglicher Hund ist das trotzdem nicht — Allergien richten sich gegen Proteine in Speichel und Hautschuppen, nicht gegen Haare.
Wie viel Pflege braucht ein Lhasapoo?
Viel. Das lange Haar muss täglich bis auf die Haut durchgekämmt werden, besonders hinter den Ohren und an den Achseln, sonst verfilzt es. Dazu kommt alle fünf bis sieben Wochen ein Termin im Hundesalon. Die Augenpartie sollte freigehalten und täglich gereinigt werden.
Bellt ein Lhasapoo viel?
Er neigt dazu. Der Lhasa Apso war in tibetischen Klöstern ein Wachhund im Innenbereich und meldet zuverlässig, was er hört. Mit frühem Training lässt sich das gut in ruhige Bahnen lenken. In einer hellhörigen Wohnung solltest du das vorher einkalkulieren.
Welche Gesundheitsrisiken hat ein Lhasapoo?
Aus der Lhasa-Apso-Linie vor allem die Nierendysplasie, trockenes Auge, progressive Retinaatrophie, Patellaluxation und Bandscheibenprobleme. Aus der Pudel-Linie kommen prcd-PRA, Epilepsie, von-Willebrand-Erkrankung und ebenfalls Patellaluxation dazu. Frag gezielt nach Nieren- und Augenwerten.