Zum Hauptinhalt springen

Maltipoo

Malteser × Pudel — Größe, Fell, Pflege & Gesundheit

Maltipoo = Malteser × Pudel. Auch bekannt als Malteserpoo, Maltapoo, Malt-A-Poo. Ein Doodle ist keine anerkannte Rasse, sondern ein Mischling — alle Angaben unten sind typische Spannen, keine Garantie. Den großen Überblick über alle Varianten samt Faktencheck findest du im Doodle-Ratgeber.

📏 Größe
ca. 20–35 cm
⚖️ Gewicht
ca. 2–6 kg
🧬 Fell
wellig bis lockig, oft weiß oder cremefarben
🪮 Haaren
sehr gering
✂️ Pflege
täglich bis 3× pro Woche bürsten, Schur alle 6–8 Wochen
🎾 Auslastung
gering bis moderat: 30–60 Minuten plus Kopfarbeit
🐾 Für Anfänger
ja, wenn Kläffen und Alleinbleiben früh trainiert werden
❤️ Lebenserwartung
ca. 12–16 Jahre

🐩 Was ist ein Maltipoo?

Der Maltipoo kreuzt den Malteser mit dem Toy- oder Zwergpudel und ist einer der kleinsten Doodles überhaupt – häufig unter fünf Kilogramm. Weiß, flauschig und ausgesprochen anhänglich ist er der Prototyp des kleinen Stadt- und Wohnungshunds.

Zwei Dinge sollte man vorher wissen: Kleine Hunde sind keine kleineren großen Hunde. Sie brauchen dieselbe Erziehung, dieselbe Sozialisierung und dieselbe Impulskontrolle – nur wird ihnen das seltener beigebracht. Und der Maltipoo neigt wie viele Kleinhunde zu Kläffen und Trennungsstress, wenn beides nicht früh geübt wird.

📜 Herkunft

Der Maltipoo entstand in den 1990er-Jahren in den USA im Zuge der Designerhund-Welle. Der Malteser ist eine sehr alte mediterrane Schoßhundrasse, der Pudel steuerte auch hier Locke und geringes Haaren bei.

Weil Maltipoos wegen ihrer Größe und ihres Aussehens stark nachgefragt sind, sind sie ein klassisches Vermehrer- und Importthema. Sehr junge, sehr kleine Welpen aus dem Kofferraum oder von Kleinanzeigenportalen sind hier häufiger als bei den großen Varianten – und die Folgekosten übersteigen den vermeintlich günstigen Preis meist deutlich.

📏 Größenvarianten

Der Maltipoo ist die kleinste Variante in dieser Übersicht:

  • Toy-Maltipoo (Toypudel): ca. 20–28 cm, etwa 2–4 kg
  • Mini-Maltipoo (Zwergpudel): ca. 28–35 cm, etwa 4–6 kg

Bei so kleinen Hunden gilt besondere Vorsicht: „Teacup“ ist kein Zuchtziel, sondern ein Verkaufsargument. Extreme Verkleinerung geht mit Unterzuckerung im Welpenalter, Zahnproblemen, brüchigen Knochen und höherem Narkoserisiko einher. Ein seriöser Züchter wirbt nicht mit besonders geringem Gewicht.

🧬 Fell & Haaren

Der Malteser hat langes, seidiges, weißes Haar ohne Unterwolle und haart kaum – ähnlich wie der Pudel, nur ohne Locke. Maltipoos sind deshalb fast immer ausgesprochen haararm, mit welligem bis lockigem Fell, meist in Weiß, Creme oder Apricot.

  • F1 – Malteser × Pudel: wellig, sehr geringes Haaren.
  • F1b – zurück auf Pudel: lockiger, filzt schneller.

Das feine, dichte Haar ist filzanfälliger, als es aussieht – vor allem hinter den Ohren, unter den Achseln und am Halsband. Und wie bei allen Doodles gilt: geringes Haaren bedeutet keine Allergikertauglichkeit.

✂️ Pflegeaufwand

Klein heißt hier nicht wenig:

  • Täglich bis mindestens dreimal wöchentlich bürsten – feines Haar verfilzt schnell und unbemerkt.
  • Schur alle 6–8 Wochen, meist 35–70 Euro pro Termin – siehe Hundesalons.
  • Augenpartie täglich reinigen: Bei hellem Fell zeichnen sich Tränenspuren deutlich ab und die feuchte Haut kann sich entzünden.
  • Zähne putzen – wirklich. Zahnstein und früher Zahnverlust sind bei Kleinstrassen das häufigste Gesundheitsthema überhaupt.
  • Geschirr statt Halsband verwenden: Bei sehr kleinen Hunden schont das die empfindliche Luftröhre.

🧠 Wesen & Auslastung

Vom Malteser kommen Verschmustheit, Lebhaftigkeit und eine starke Bindung an den Menschen; vom Pudel Intelligenz und Lernfreude. Maltipoos sind fröhliche, verspielte kleine Hunde, die mit 30 bis 60 Minuten Bewegung plus Kopfarbeit auskommen – ideal für Wohnung, Stadt und ältere Halter.

Die typischen Baustellen sind hausgemacht: Kläffen und Trennungsstress. Kleine Hunde werden oft getragen statt trainiert, was Unsicherheit verstärkt. Wer seinem Maltipoo von Anfang an beibringt, allein zu bleiben, ruhig auf Reize zu reagieren und selbstständig zu laufen, hat einen unkomplizierten Begleiter – Unterstützung findest du bei den Hundeschulen.

🩺 Gesundheit: was aus beiden Linien kommt

🧬 Aus der Pudel-Linie

  • Progressive Retinaatrophie (prcd-PRA) — Fortschreitende Netzhautdegeneration, die zuerst zu Nachtblindheit und später zur Erblindung führt. Beim Pudel per Gentest sicher abklärbar, deshalb gehört das Ergebnis beider Elterntiere auf den Tisch.
  • Hüftgelenksdysplasie — Fehlentwicklung des Hüftgelenks mit späterer Arthrose; beim Großpudel als Elternteil großer Doodles das wichtigste orthopädische Thema und über eine Röntgenauswertung beurteilbar.
  • Idiopathische Epilepsie — Wiederkehrende Krampfanfälle ohne erkennbare andere Ursache, meist mit Beginn im jungen Erwachsenenalter. Es gibt keinen Gentest, wohl aber die Frage an den Züchter nach Anfallsleiden in der Linie.
  • Von-Willebrand-Erkrankung Typ 1 — Erbliche Störung der Blutgerinnung, die bei Verletzungen und Operationen zu verlängerten Blutungen führen kann. Beim Pudel ist Typ 1 bekannt und per Gentest überprüfbar.
  • Sebadenitis — Entzündliche Erkrankung der Talgdrüsen der Haut mit Schuppen, Haarverlust und stumpfem Fell. Sie tritt beim Pudel gehäuft auf und wird über eine Hautbiopsie diagnostiziert.
  • Patellaluxation — Verlagerung der Kniescheibe aus ihrem Gleitlager, die von gelegentlichem Hüpfen im Schritt bis zu dauerhafter Lahmheit reicht. Bei Zwerg- und Toypudeln als Elternteil ist sie das wichtigste orthopädische Thema und wird tierärztlich beurteilt.

🧬 Aus der Linie Malteser

  • Patellaluxation — Beim Malteser wie bei den meisten Kleinstrassen häufig: Die Kniescheibe springt aus ihrem Gleitlager, was von gelegentlichem Hüpfen bis zur Operation reichen kann. Beide Elternlinien bringen dieses Risiko mit.
  • Portosystemischer Shunt — Angeborene Fehlverbindung im Blutkreislauf, durch die Blut an der Leber vorbeigeleitet wird; betroffene Welpen bleiben oft zurück und zeigen neurologische Auffälligkeiten. Kleine Rassen wie Malteser und Yorkshire Terrier sind besonders betroffen.
  • Legg-Calvé-Perthes-Erkrankung — Absterben des Hüftkopfes ohne Infektion, das fast ausschließlich kleine Rassen betrifft und sich typischerweise im Alter von vier bis elf Monaten mit zunehmender Lahmheit zeigt.
  • Trachealkollaps — Die Knorpelspangen der Luftröhre werden mit der Zeit instabil, was zu anfallsartigem Husten und Atemnot führt. Bei sehr kleinen Hunden ein bekanntes Problem — ein Grund, konsequent ein Geschirr statt eines Halsbands zu verwenden.
  • Zahnprobleme — In den kleinen Kiefern stehen die Zähne eng, entsprechend schnell bilden sich Zahnstein und Zahnfleischentzündungen bis zum vorzeitigen Zahnverlust. Regelmäßiges Zähneputzen erspart spätere Sanierungen in Narkose.

🔬 Diese Untersuchungen der Elterntiere solltest du sehen

  • Augenuntersuchung beider Elterntiere durch eine Fachtierärztin oder einen Fachtierarzt für Augenheilkunde (Katarakt, Netzhaut)
  • prcd-PRA-Gentest beider Elterntiere
  • Patella-Beurteilung des kleinen Pudel-Elternteils
  • Patella-Beurteilung auch der Malteser-Seite
  • Auskunft über Leber- und Shunt-Erkrankungen in der Zuchtlinie
  • Nachweis, dass die Welpen nicht auf besonders geringes Gewicht selektiert wurden

Ein Doodle kann Erbkrankheiten beider Elternlinien erben. Dass Mischlinge robuster wären, ist nicht belegt: Bryson et al. (PLoS One 2024, 9.402 Hunde) fanden in 86,6 % der Vergleiche keinen Unterschied zu den Ursprungsrassen — mehr dazu im Doodle-Faktencheck. Entscheidend ist die Gesundheitstestung der Elterntiere. Für Vorsorge und Checks findest du Praxen in unserem Tierarzt-Verzeichnis.

🎯 Für wen passt ein Maltipoo?

✅ Passt zu dir, wenn …

  • du einen sehr kleinen Begleithund für Wohnung und Stadt suchst
  • du täglich Zeit für Fell-, Augen- und Zahnpflege einplanst
  • du Kläffen und Alleinbleiben von Anfang an trainierst
  • du deinen Hund selbst laufen lässt, statt ihn zu tragen

⛔ Eher nicht, wenn …

  • dir „Teacup“- oder besonders kleine Welpen angeboten werden
  • du einen robusten Begleiter für lange Touren oder Hundesport suchst
  • kleine Kinder im Haushalt sind, die den Hund noch nicht vorsichtig behandeln können
  • der Hund oft lange allein bleiben müsste

🔗 Ähnliche Varianten

❓ Häufige Fragen

Wie groß und schwer wird ein Maltipoo?

Toy-Maltipoos mit einem Toypudel als Elternteil erreichen etwa 20 bis 28 cm und 2 bis 4 kg, Mini-Maltipoos mit einem Zwergpudel etwa 28 bis 35 cm und 4 bis 6 kg. Damit ist er die kleinste Variante in dieser Übersicht. Von Teacup-Angeboten solltest du absehen: Extreme Verkleinerung geht mit Unterzuckerung, Zahnproblemen, brüchigen Knochen und höherem Narkoserisiko einher.

Haart ein Maltipoo?

Sehr wenig. Der Malteser hat langes, seidiges Haar ohne Unterwolle und haart kaum, der Pudel ebenfalls – die Kombination ergibt einen ausgesprochen haararmen Hund. Das feine Haar verfilzt dafür schnell, besonders hinter den Ohren, unter den Achseln und am Halsband. Und geringes Haaren bedeutet auch hier keine Allergikertauglichkeit.

Bellt ein Maltipoo viel?

Er neigt dazu, wenn man es nicht früh anders übt. Wie viele kleine Hunde reagiert er schnell auf Geräusche und Besuch. Verstärkt wird das, wenn der Hund viel getragen statt trainiert wird, weil das Unsicherheit fördert. Mit früher Sozialisierung, klarer Reaktion auf Melden und geübtem Alleinbleiben ist er ein unkomplizierter Begleiter.

Wie viel Bewegung braucht ein Maltipoo?

Rund 30 bis 60 Minuten am Tag plus etwas Kopfarbeit wie Suchspiele oder kleine Trainingseinheiten. Damit ist er einer der genügsamsten Doodles und passt gut in eine Stadtwohnung oder zu ruhigeren Haushalten. Wichtig ist trotzdem, dass er selbst läuft und eigene Erfahrungen macht.

Welche Gesundheitstests sollten die Elterntiere haben?

Von beiden Seiten eine augenärztliche Untersuchung, den prcd-PRA-Gentest und eine Patella-Beurteilung, denn beide Elternlinien bringen ein Risiko für Kniescheibenverlagerung mit. Frag außerdem nach Leber- und Shunt-Erkrankungen in der Zuchtlinie und darauf, dass nicht gezielt auf besonders geringes Gewicht selektiert wurde.

Quellen: Cadieu et al. 2009, Science (Fellgenetik, PMID 19713490) · Bryson et al. 2024, PLoS One („The doodle dilemma“, PMID 39196904) · Übersichtsarbeit zu angeborenen portosystemischen Shunts bei Hund und Katze · tiermedizinische Fachquellen zu Malteser und Kleinstrassen (Patellaluxation, Legg-Calvé-Perthes-Erkrankung, Trachealkollaps, Zahngesundheit) sowie zu Pudel-Erbkrankheiten (prcd-PRA, Patellaluxation, von-Willebrand-Erkrankung). Größen-, Wesens- und Preisangaben sind typische Spannen, Stand Juli 2026.
Hinweis: „Doodle" ist keine anerkannte Rasse — Aussehen, Fell, Haaren und Wesen variieren auch innerhalb eines Wurfs. Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.

Folge uns auf Instagram

Die schönsten Orte, Tipps & Aktionen rund um den Hund – täglich frisch auf @ocepaw.de

Jetzt folgen