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Yorkipoo

Yorkshire Terrier × Pudel — Größe, Fell, Pflege & Gesundheit

Yorkipoo = Yorkshire Terrier × Pudel. Auch bekannt als Yorkiepoo, Yorkie-Poo, Yoodle. Ein Doodle ist keine anerkannte Rasse, sondern ein Mischling — alle Angaben unten sind typische Spannen, keine Garantie. Den großen Überblick über alle Varianten samt Faktencheck findest du im Doodle-Ratgeber.

📏 Größe
ca. 18–38 cm
⚖️ Gewicht
ca. 2–6 kg
🧬 Fell
seidig-wellig bis lockig, viele Farbschläge
🪮 Haaren
sehr gering
✂️ Pflege
3× pro Woche bürsten, Schur alle 6–8 Wochen
🎾 Auslastung
moderat: 45–60 Minuten plus Kopfarbeit
🐾 Für Anfänger
ja – wenn der Terrier-Anteil ernst genommen wird
❤️ Lebenserwartung
ca. 12–15 Jahre

🐩 Was ist ein Yorkipoo?

Der Yorkipoo kreuzt den Yorkshire Terrier mit dem Toy- oder Zwergpudel. Er ist klein, quirlig und selbstbewusst – und unterscheidet sich damit deutlich vom sanften Cavapoo oder vom verschmusten Maltipoo.

Der Grund ist der Terrier-Anteil: Der Yorkshire Terrier wurde ursprünglich zur Rattenjagd in Textilfabriken und Bergwerken eingesetzt. Mut, Eigenständigkeit, Jagdtrieb und eine gute Portion Frechheit gehören zum Paket. Wer einen kleinen Hund mit Charakter sucht, ist hier richtig – wer einen unauffälligen Schoßhund erwartet, eher nicht.

📜 Herkunft

Der Yorkipoo entstand in den 1990er- und 2000er-Jahren in den USA. Anders als bei Labradoodle oder Cavapoo stand hier von Anfang an der Wunsch nach einem kleinen, lebhaften Begleithund mit geringem Haarverlust im Vordergrund.

Beide Elternrassen haaren ohnehin kaum: Der Yorkshire Terrier hat feines, seidiges Haar, das eher menschlichem Haar ähnelt als typischem Hundefell, der Pudel lockiges Wollhaar. Der Yorkipoo ist damit einer der haarärmsten Doodles – was, wie immer, nichts über Allergikertauglichkeit aussagt.

📏 Größenvarianten

Der Yorkipoo bleibt sehr klein:

  • Toy-Yorkipoo (Toypudel): ca. 18–28 cm, etwa 2–4 kg
  • Mini-Yorkipoo (Zwergpudel): ca. 28–38 cm, etwa 4–6 kg

Auch hier gilt: Besonders kleine Welpen sind kein Qualitätsmerkmal. Ein verantwortungsvoller Züchter selektiert nicht auf Miniaturisierung, sondern auf Gesundheit – gerade bei einer Rasse, die ohnehin zu Trachealkollaps und Patellaproblemen neigt.

🧬 Fell & Haaren

Der Yorkshire Terrier hat feines, seidiges, langwachsendes Haar ohne Unterwolle, der Pudel lockiges Wollhaar. Yorkipoos sind meist seidig-wellig bis lockig; die Farbpalette ist groß, weil der Yorkie seine typische Blau-Loh-Färbung vererben kann, der Pudel aber viele weitere Farben mitbringt.

  • F1 – Yorkshire Terrier × Pudel: wellig bis seidig, sehr geringes Haaren.
  • F1b – zurück auf Pudel: lockiger, filzt etwas schneller.

Das Fell wächst wie beim Yorkie kontinuierlich weiter statt in Zyklen auszufallen. Ohne regelmäßiges Kürzen wird es lang, verfilzt und schleift über den Boden – der Salontermin ist bei dieser Variante keine Kür.

✂️ Pflegeaufwand

Überschaubar im Aufwand, aber ohne Pausen:

  • 3× pro Woche bürsten, bei lockigem Fell häufiger.
  • Schur alle 6–8 Wochen, meist 35–70 Euro pro Termin – siehe Hundesalons. Das Haar wächst dauerhaft weiter und muss gekürzt werden.
  • Kopfhaar im Blick behalten: Wächst es in die Augen, gehört es gekürzt oder zusammengebunden.
  • Zähne putzen: Beim Yorkshire Terrier sind Zahnstein und früher Zahnverlust besonders ausgeprägt – regelmäßiges Putzen erspart Sanierungen in Narkose.
  • Immer ein Geschirr verwenden, nie ein Halsband: Die Luftröhre kleiner Terrier ist empfindlich.

🧠 Wesen & Auslastung

Vom Yorkshire Terrier kommen Selbstbewusstsein, Mut, Wachsamkeit und Jagdtrieb – ein Yorkie hält sich selbst nicht für einen kleinen Hund. Vom Pudel kommen Intelligenz, Kooperationsbereitschaft und Lernfreude, was den Terrier-Anteil gut ausbalanciert.

Das Ergebnis ist ein munterer, anhänglicher kleiner Hund mit ordentlich Persönlichkeit, der mit 45 bis 60 Minuten Bewegung plus Kopfarbeit gut ausgelastet ist. Nasenarbeit und Suchspiele bedienen den Jagdtrieb sinnvoll.

Die typischen Themen: Melden und Kläffen, ein spontaner Jagdimpuls draußen und die Neigung, größere Hunde vollmundig anzupöbeln. Alles gut trainierbar – aber nur, wenn man den kleinen Hund wie einen Hund behandelt und nicht wie ein Accessoire. Anlaufstellen findest du unter Hundeschulen.

🩺 Gesundheit: was aus beiden Linien kommt

🧬 Aus der Pudel-Linie

  • Progressive Retinaatrophie (prcd-PRA) — Fortschreitende Netzhautdegeneration, die zuerst zu Nachtblindheit und später zur Erblindung führt. Beim Pudel per Gentest sicher abklärbar, deshalb gehört das Ergebnis beider Elterntiere auf den Tisch.
  • Hüftgelenksdysplasie — Fehlentwicklung des Hüftgelenks mit späterer Arthrose; beim Großpudel als Elternteil großer Doodles das wichtigste orthopädische Thema und über eine Röntgenauswertung beurteilbar.
  • Idiopathische Epilepsie — Wiederkehrende Krampfanfälle ohne erkennbare andere Ursache, meist mit Beginn im jungen Erwachsenenalter. Es gibt keinen Gentest, wohl aber die Frage an den Züchter nach Anfallsleiden in der Linie.
  • Von-Willebrand-Erkrankung Typ 1 — Erbliche Störung der Blutgerinnung, die bei Verletzungen und Operationen zu verlängerten Blutungen führen kann. Beim Pudel ist Typ 1 bekannt und per Gentest überprüfbar.
  • Sebadenitis — Entzündliche Erkrankung der Talgdrüsen der Haut mit Schuppen, Haarverlust und stumpfem Fell. Sie tritt beim Pudel gehäuft auf und wird über eine Hautbiopsie diagnostiziert.
  • Patellaluxation — Verlagerung der Kniescheibe aus ihrem Gleitlager, die von gelegentlichem Hüpfen im Schritt bis zu dauerhafter Lahmheit reicht. Bei Zwerg- und Toypudeln als Elternteil ist sie das wichtigste orthopädische Thema und wird tierärztlich beurteilt.

🧬 Aus der Linie Yorkshire Terrier

  • Trachealkollaps — Beim Yorkshire Terrier rassetypisch: Die Knorpelspangen der Luftröhre werden instabil, was zu chronischem, anfallsartigem Husten und Atemnot führt. Betroffen sind meist mittelalte bis ältere Hunde — deshalb konsequent Geschirr statt Halsband verwenden.
  • Patellaluxation — Sehr häufig beim Yorkshire Terrier und oft operationsbedürftig: Die Kniescheibe springt zeitweise oder dauerhaft aus ihrer Position, was zu wiederkehrender Lahmheit führt.
  • Portosystemischer Shunt — Angeborene Fehlverbindung im Blutkreislauf, durch die Blut an der Leber vorbeigeleitet wird. Kleine Rassen wie der Yorkshire Terrier sind besonders betroffen; betroffene Welpen bleiben oft im Wachstum zurück.
  • Legg-Calvé-Perthes-Erkrankung — Absterben des Hüftkopfes ohne Infektion, das fast nur kleine Rassen trifft und sich meist zwischen dem vierten und elften Lebensmonat mit zunehmender Lahmheit bemerkbar macht.
  • Zahnprobleme — Beim Yorkshire Terrier besonders ausgeprägt: Zahnstein, Zahnfleischentzündungen und vorzeitiger Zahnverlust sind häufig und erfordern oft professionelle Reinigungen in Narkose.

🔬 Diese Untersuchungen der Elterntiere solltest du sehen

  • Augenuntersuchung beider Elterntiere durch eine Fachtierärztin oder einen Fachtierarzt für Augenheilkunde (Katarakt, Netzhaut)
  • prcd-PRA-Gentest beider Elterntiere
  • Patella-Beurteilung des kleinen Pudel-Elternteils
  • Patella-Beurteilung auch der Yorkshire-Terrier-Seite
  • Auskunft über Leber- und Shunt-Erkrankungen in der Zuchtlinie
  • Beurteilung von Luftröhre und Atmung der Elterntiere

Ein Doodle kann Erbkrankheiten beider Elternlinien erben. Dass Mischlinge robuster wären, ist nicht belegt: Bryson et al. (PLoS One 2024, 9.402 Hunde) fanden in 86,6 % der Vergleiche keinen Unterschied zu den Ursprungsrassen — mehr dazu im Doodle-Faktencheck. Entscheidend ist die Gesundheitstestung der Elterntiere. Für Vorsorge und Checks findest du Praxen in unserem Tierarzt-Verzeichnis.

🎯 Für wen passt ein Yorkipoo?

✅ Passt zu dir, wenn …

  • du einen kleinen Hund mit Persönlichkeit magst und keinen stillen Schoßhund
  • du Nasenarbeit und Suchspiele anbietest, um den Jagdtrieb zu bedienen
  • du bereit bist, Melden und Kläffen früh zu kanalisieren
  • du Geschirr, Zahnpflege und regelmäßige Salontermine als Standard einplanst

⛔ Eher nicht, wenn …

  • du einen ausgesprochen ruhigen, wenig meldefreudigen Hund suchst
  • kleine Kinder im Haushalt sind, die noch nicht vorsichtig mit einem 3-Kilo-Hund umgehen
  • der Hund vor allem getragen statt trainiert werden soll
  • du keine regelmäßige Fellkürzung einplanen willst – sein Haar wächst dauerhaft weiter

🔗 Ähnliche Varianten

❓ Häufige Fragen

Wie groß wird ein Yorkipoo?

Toy-Yorkipoos mit einem Toypudel als Elternteil erreichen etwa 18 bis 28 cm und 2 bis 4 kg, Mini-Yorkipoos mit einem Zwergpudel etwa 28 bis 38 cm und 4 bis 6 kg. Besonders kleine Welpen sind kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Warnsignal – gerade bei einer Linie, die ohnehin zu Trachealkollaps und Patellaproblemen neigt.

Ist ein Yorkipoo ein ruhiger Schoßhund?

Eher nicht. Der Yorkshire Terrier wurde ursprünglich zur Rattenjagd eingesetzt und bringt Mut, Eigenständigkeit, Wachsamkeit und Jagdtrieb mit. Der Pudelanteil macht ihn kooperativer und lernfreudiger, ändert aber nichts am Grundtemperament. Wer einen kleinen Hund mit Charakter sucht, ist richtig; wer einen unauffälligen Schoßhund erwartet, wird überrascht.

Warum sollte ein Yorkipoo kein Halsband tragen?

Weil der Yorkshire Terrier rassetypisch zu Trachealkollaps neigt: Die Knorpelspangen der Luftröhre werden mit der Zeit instabil, was zu anfallsartigem Husten und Atemnot führt. Ein Halsband übt punktuellen Druck auf den Hals aus. Ein gut sitzendes Geschirr verteilt den Zug auf den Brustkorb und ist bei dieser Kreuzung die deutlich sicherere Wahl.

Wie viel Fellpflege braucht ein Yorkipoo?

Dreimal pro Woche bürsten und alle sechs bis acht Wochen ein Salontermin für rund 35 bis 70 Euro. Wichtig ist der Unterschied zu vielen anderen Hunden: Das Haar des Yorkshire Terriers wächst kontinuierlich weiter, statt in Zyklen auszufallen. Ohne regelmäßiges Kürzen wird es lang, verfilzt und wächst in die Augen.

Welche Gesundheitstests sollten die Elterntiere haben?

Von beiden Seiten eine augenärztliche Untersuchung, den prcd-PRA-Gentest und eine Patella-Beurteilung, denn sowohl Yorkshire Terrier als auch kleine Pudel neigen zur Kniescheibenverlagerung. Frag zusätzlich nach Leber- und Shunt-Erkrankungen in der Zuchtlinie sowie nach der Beurteilung von Luftröhre und Atmung der Elterntiere.

Quellen: Cadieu et al. 2009, Science (Fellgenetik, PMID 19713490) · Bryson et al. 2024, PLoS One („The doodle dilemma“, PMID 39196904) · Übersichtsarbeit zu angeborenen portosystemischen Shunts bei Hund und Katze · tiermedizinische Fachquellen zum Yorkshire Terrier (Trachealkollaps, Patellaluxation, Legg-Calvé-Perthes-Erkrankung, Zahngesundheit) sowie zu Pudel-Erbkrankheiten (prcd-PRA, Patellaluxation, von-Willebrand-Erkrankung). Größen-, Wesens- und Preisangaben sind typische Spannen, Stand Juli 2026.
Hinweis: „Doodle" ist keine anerkannte Rasse — Aussehen, Fell, Haaren und Wesen variieren auch innerhalb eines Wurfs. Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.

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