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Westiepoo

West Highland White Terrier × Pudel — Größe, Fell, Pflege & Gesundheit

Westiepoo = West Highland White Terrier × Pudel. Auch bekannt als Westiedoodle, Wee-Poo, Westipoo. Ein Doodle ist keine anerkannte Rasse, sondern ein Mischling — alle Angaben unten sind typische Spannen, keine Garantie. Den großen Überblick über alle Varianten samt Faktencheck findest du im Doodle-Ratgeber.

📏 Größe
ca. 28–40 cm
⚖️ Gewicht
ca. 6–11 kg
🧬 Fell
drahtig-wellig bis lockig, meist weiß oder creme
🪮 Haaren
gering
✂️ Pflege
2–3× pro Woche kämmen, Schur alle 6–8 Wochen
🎾 Auslastung
hoch: 1–1,5 Stunden plus Kopfarbeit
🐾 Für Anfänger
bedingt – Terrier-Sturkopf mit Pudel-Kopf
❤️ Lebenserwartung
ca. 12–15 Jahre

🐩 Was ist ein Westiepoo?

Der Westiepoo kreuzt den West Highland White Terrier mit dem Pudel. Herausgekommen ist ein kleiner, robuster Hund mit deutlich mehr Antrieb, als die Größe vermuten lässt.

Der Westie ist ein Jagdterrier, gezüchtet für die Arbeit an Fuchs und Dachs unter der Erde. Mut, Ausdauer und ein eigener Kopf gehören zum Paket. Der Pudel bringt Lernfreude und Kooperationsbereitschaft mit — die Mischung ist meist deutlich leichter zu führen als ein reiner Terrier.

Das wichtigste Gesundheitsthema kommt ebenfalls vom Westie: Die Rasse ist berüchtigt für Hautprobleme. Wer sich hier informiert, bevor er kauft, trifft eine deutlich bessere Entscheidung.

📜 Herkunft

Der Westiepoo entstand in Nordamerika. Der West Highland White Terrier kommt aus dem schottischen Hochland, wo die weiße Farbe ihn bei der Jagd von Beutetieren unterscheidbar machte.

Anerkannt ist die Kreuzung nicht. Weil beide Elternteile ein nachwachsendes Fell haben, ist das Haaren immerhin recht vorhersehbar gering — anders als bei Kreuzungen mit Stockhaar-Rassen.

📏 Größenvarianten

Westiepoos liegen meist bei 28 bis 40 cm und 6 bis 11 kg. Damit sind sie deutlich robuster gebaut als die reinen Gesellschaftshund-Kreuzungen wie Maltipoo oder Poochon.

Das macht sie zu guten Begleitern für lange Spaziergänge, Wanderungen und Hundesport. Auf der Waage sollte man trotzdem aufpassen: Ein zu schwerer Terrier belastet Knie und Rücken spürbar.

🧬 Fell & Haaren

Der Westie hat hartes, drahtiges Deckhaar mit weicher Unterwolle; traditionell wird es getrimmt, nicht geschoren. In der Kreuzung mit dem Pudel entsteht meist ein weicheres, welliges bis lockiges Fell.

  • F1: oft drahtig-wellig, geringer Haarverlust.
  • F1b: weicher und lockiger, dafür pflegeintensiver.

Weißes Fell zeigt Verfärbungen an Pfoten und um die Augen besonders deutlich. Rötlich-braune Verfärbungen sind oft ein Hinweis auf Lecken wegen Juckreiz — und damit ein Punkt, der abgeklärt gehört.

✂️ Pflegeaufwand

Fellpflege und Hautkontrolle gehen hier Hand in Hand:

  • 2–3× pro Woche kämmen, bei lockigem Fell häufiger.
  • Schur alle 6–8 Wochen — siehe Hundesalons. Ist das Fell drahtig geblieben, ist Trimmen die bessere Wahl.
  • Haut regelmäßig anschauen: gerötete Stellen, Schuppen und ständiges Lecken an den Pfoten sind Warnzeichen und kein Schönheitsthema.
  • Ohren kontrollieren — Entzündungen sind bei Allergikern häufig.

🧠 Wesen & Auslastung

Vom Westie kommen Mut, Selbstständigkeit, Meldefreude und ein vorhandener Jagdtrieb; vom Pudel Lernfreude und Menschenbezug. Das Ergebnis ist ein fröhlicher, unternehmungslustiger Hund, der gern arbeitet — aber gern auch selbst entscheidet.

Zwei Themen bestimmen den Alltag: der Rückruf, der gegen Terrier-Nase früh und mit guter Belohnung aufgebaut werden muss, und die Meldefreude. Passende Kurse findest du bei den Hundeschulen.

Kopfarbeit ist Pflicht: Nasenarbeit und Suchspiele bedienen genau das, wofür der Terrier gezüchtet wurde, und machen ihn deutlich ausgeglichener.

🩺 Gesundheit: was aus beiden Linien kommt

🧬 Aus der Pudel-Linie

  • Progressive Retinaatrophie (prcd-PRA) — Fortschreitende Netzhautdegeneration, die zuerst zu Nachtblindheit und später zur Erblindung führt. Beim Pudel per Gentest sicher abklärbar, deshalb gehört das Ergebnis beider Elterntiere auf den Tisch.
  • Hüftgelenksdysplasie — Fehlentwicklung des Hüftgelenks mit späterer Arthrose; beim Großpudel als Elternteil großer Doodles das wichtigste orthopädische Thema und über eine Röntgenauswertung beurteilbar.
  • Idiopathische Epilepsie — Wiederkehrende Krampfanfälle ohne erkennbare andere Ursache, meist mit Beginn im jungen Erwachsenenalter. Es gibt keinen Gentest, wohl aber die Frage an den Züchter nach Anfallsleiden in der Linie.
  • Von-Willebrand-Erkrankung Typ 1 — Erbliche Störung der Blutgerinnung, die bei Verletzungen und Operationen zu verlängerten Blutungen führen kann. Beim Pudel ist Typ 1 bekannt und per Gentest überprüfbar.
  • Sebadenitis — Entzündliche Erkrankung der Talgdrüsen der Haut mit Schuppen, Haarverlust und stumpfem Fell. Sie tritt beim Pudel gehäuft auf und wird über eine Hautbiopsie diagnostiziert.
  • Patellaluxation — Verlagerung der Kniescheibe aus ihrem Gleitlager, die von gelegentlichem Hüpfen im Schritt bis zu dauerhafter Lahmheit reicht. Bei Zwerg- und Toypudeln als Elternteil ist sie das wichtigste orthopädische Thema und wird tierärztlich beurteilt.

🧬 Aus der Linie West Highland White Terrier

  • Atopische Dermatitis — Allergisch bedingte Hautentzündung mit starkem Juckreiz an Pfoten, Bauch, Achseln und Ohren. Beim West Highland White Terrier ist sie ausgesprochen häufig und erfordert meist eine lebenslange Behandlung.
  • Craniomandibuläre Osteopathie — Übermäßiges Knochenwachstum am Unterkiefer und Schädel bei Junghunden, das schmerzhaft ist und das Kauen erschwert. Beim Westie ist die Veranlagung bekannt und per Gentest überprüfbar.
  • Idiopathische Lungenfibrose — Fortschreitende Vernarbung des Lungengewebes mit zunehmender Atemnot und Husten, meist bei älteren Hunden. Sie ist beim West Highland White Terrier so charakteristisch, dass sie umgangssprachlich nach der Rasse benannt wird.
  • Kupferspeicher-Hepatopathie — Kupfer reichert sich in der Leber an und schädigt das Gewebe; die Anzeichen reichen von Appetitlosigkeit bis zu Gelbsucht. Beim Westie ist die Erkrankung beschrieben und über Leberwerte und eine Biopsie abklärbar.
  • Legg-Calvé-Perthes-Erkrankung — Absterben des Oberschenkelkopfes bei Junghunden kleiner Rassen mit zunehmender Lahmheit und Muskelschwund an der Hinterhand. Beim Westie bekannt; die Behandlung ist in der Regel operativ.

🔬 Diese Untersuchungen der Elterntiere solltest du sehen

  • Augenuntersuchung beider Elterntiere durch eine Fachtierärztin oder einen Fachtierarzt für Augenheilkunde (Katarakt, Netzhaut)
  • prcd-PRA-Gentest beider Elterntiere
  • Patella-Beurteilung des kleinen Pudel-Elternteils
  • Gentest auf craniomandibuläre Osteopathie der Westie-Seite
  • Auskunft über Hautallergien in der Westie-Linie
  • Leberwerte der Westie-Seite

Ein Doodle kann Erbkrankheiten beider Elternlinien erben. Dass Mischlinge robuster wären, ist nicht belegt: Bryson et al. (PLoS One 2024, 9.402 Hunde) fanden in 86,6 % der Vergleiche keinen Unterschied zu den Ursprungsrassen — mehr dazu im Doodle-Faktencheck. Entscheidend ist die Gesundheitstestung der Elterntiere. Für Vorsorge und Checks findest du Praxen in unserem Tierarzt-Verzeichnis.

🎯 Für wen passt ein Westiepoo?

✅ Passt zu dir, wenn …

  • du einen kleinen, robusten Begleiter für lange Spaziergänge suchst
  • du Rückruf und Impulskontrolle konsequent trainierst
  • du Nasenarbeit und Suchspiele in den Alltag einbaust
  • du bereit bist, Haut und Ohren regelmäßig zu kontrollieren

⛔ Eher nicht, wenn …

  • du einen ruhigen Schoßhund erwartest
  • eine mögliche lebenslange Allergiebehandlung dein Budget übersteigt
  • du sicheren Freilauf ohne Rückruftraining voraussetzt
  • der Züchter zu Hautproblemen in der Linie keine Auskunft gibt

🔗 Ähnliche Varianten

❓ Häufige Fragen

Wie groß wird ein Westiepoo?

Meist 28 bis 40 cm bei 6 bis 11 kg, je nachdem welcher Pudel verpaart wurde. Er ist damit deutlich robuster gebaut als reine Gesellschaftshund-Kreuzungen und eignet sich gut für lange Spaziergänge, Wanderungen und Hundesport.

Hat ein Westiepoo Jagdtrieb?

Ja, der Westie ist ein Jagdterrier und bringt eine gute Nase samt Ausdauer mit. Wie stark sich das durchsetzt, ist bei einem Mischling nicht vorhersagbar. Baue den Rückruf früh und mit hochwertiger Belohnung auf und plane Nasenarbeit als festen Teil der Auslastung ein.

Welche Gesundheitsrisiken hat ein Westiepoo?

Aus der Westie-Linie vor allem die atopische Dermatitis, dazu craniomandibuläre Osteopathie, die für die Rasse typische Lungenfibrose, Kupferspeicherkrankheit der Leber und Legg-Calvé-Perthes. Aus der Pudel-Linie kommen prcd-PRA, Epilepsie und Patellaluxation dazu.

Wie aufwendig ist die Fellpflege?

Moderat. Zwei- bis dreimal pro Woche kämmen reicht meist, bei lockigem Fell öfter. Alle sechs bis acht Wochen kommt ein Salontermin dazu; ist das Fell drahtig geblieben, ist Trimmen die bessere Wahl. Wichtiger als das Fell selbst ist die regelmäßige Kontrolle der Haut.

Quellen: Bryson et al. 2024, PLoS One („The doodle dilemma“, PMID 39196904) · Cadieu et al. 2009, Science (Fellgenetik, PMID 19713490) · Rasse-Gesundheitsinformationen und tiermedizinische Fachquellen zum West Highland White Terrier (atopische Dermatitis, craniomandibuläre Osteopathie, idiopathische Lungenfibrose, Kupferspeicher-Hepatopathie, Legg-Calvé-Perthes) sowie zu Pudel-Erbkrankheiten. Angaben sind typische Spannen, Stand Juli 2026.
Hinweis: „Doodle" ist keine anerkannte Rasse — Aussehen, Fell, Haaren und Wesen variieren auch innerhalb eines Wurfs. Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.

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