Zum Hauptinhalt springen

Great Danoodle

Deutsche Dogge × Pudel — Größe, Fell, Pflege & Gesundheit

Great Danoodle = Deutsche Dogge × Pudel. Auch bekannt als Danedoodle, Great Danepoo. Ein Doodle ist keine anerkannte Rasse, sondern ein Mischling — alle Angaben unten sind typische Spannen, keine Garantie. Den großen Überblick über alle Varianten samt Faktencheck findest du im Doodle-Ratgeber.

📏 Größe
ca. 60–85 cm
⚖️ Gewicht
ca. 35–70 kg
🧬 Fell
kurz-wellig bis lockig, viele Farben
🪮 Haaren
gering bis mittel
✂️ Pflege
2–3× pro Woche bürsten, Schur alle 8 Wochen
🎾 Auslastung
moderat: 1–1,5 Stunden, im Wachstum stark begrenzt
🐾 Für Anfänger
nein – Größe und Gesundheitsrisiken erfordern Erfahrung
❤️ Lebenserwartung
ca. 8–12 Jahre

🐩 Was ist ein Great Danoodle?

Der Great Danoodle kreuzt die Deutsche Dogge mit dem Pudel und ist damit der schulterhöchste Doodle überhaupt — Hunde über 80 cm sind keine Seltenheit.

Im Wesen gilt er als freundlich-gelassener Couch-Riese: Die Deutsche Dogge ist trotz ihrer Größe kein Sporthund, sondern ein ruhiger Begleiter. Was diese Kreuzung wirklich anspruchsvoll macht, ist die Gesundheitsseite — die Dogge gehört zu den Rassen mit den größten bekannten Risiken.

📜 Herkunft

Die Kreuzung stammt aus Nordamerika und ist vergleichsweise selten. Der Gedanke dahinter: die Ruhe und Ausstrahlung der Dogge mit weniger Haarverlust verbinden.

Wer sich dafür interessiert, sollte die Zahlen kennen: Die Deutsche Dogge zählt zu den Rassen mit der kürzesten Lebenserwartung überhaupt, und dilatative Kardiomyopathie ist bei ihr eine der häufigsten Todesursachen. Ob der Pudelanteil daran etwas ändert, ist nicht belegt.

📏 Größenvarianten

Great Danoodles erreichen meist 60 bis 85 cm bei 35 bis 70 kg. Die Spanne hängt stark davon ab, welcher Pudel verpaart wurde — und selbst dann bleibt das Ergebnis unvorhersehbar.

Bei einem Hund dieser Größe ist die Wachstumsphase das Wichtigste: Kein Treppenlaufen ohne Not, keine weiten Sprünge, kein Joggen im ersten Lebensjahr. Die Gelenke reifen bei Riesen deutlich langsamer, und Fehler in dieser Zeit lassen sich später nicht korrigieren.

🧬 Fell & Haaren

Die Deutsche Dogge hat sehr kurzes, glattes Haar — der größte Fell-Kontrast aller Doodle-Kreuzungen. Zusammen mit der Pudellocke entstehen meist kurz-wellige bis lockige Hunde, seltener glatte.

  • F1: oft kurz-wellig, haart mäßig; glattere Welpen haaren deutlich.
  • F1b: lockiger und haarärmer, dafür pflegeintensiver.

Praktisch ist das ein Vorteil: Kurz-welliges Fell auf einem 70-Kilo-Hund ist deutlich schneller gebürstet als das Wollfell eines Sheepadoodles gleicher Größe.

✂️ Pflegeaufwand

Im Riesen-Vergleich der geringste Aufwand:

  • 2–3× pro Woche bürsten, bei lockigem Fell häufiger.
  • Schur etwa alle 8 Wochen, je nach Felltyp auch seltener — siehe Hundesalons.
  • Ellbogen und Liegeschwielen kontrollieren: Bei diesem Gewicht braucht der Hund eine wirklich dicke Liegefläche, sonst entstehen wunde Stellen.
  • Krallen regelmäßig kürzen — jede Fehlstellung wirkt sich bei 70 kg aus.

🧠 Wesen & Auslastung

Von der Deutschen Dogge kommen Gelassenheit, Freundlichkeit und ein ausgeprägter Familienbezug — Doggen gelten als sanft und personenorientiert, mit erstaunlich geringem Bewegungsdrang für ihre Größe. Vom Pudel kommen Wachheit und Lernfreude.

Der Alltag entscheidet sich an der Erziehung im Verhältnis zur Masse: Ein Hund, der auf Augenhöhe eines Erwachsenen den Tisch abräumen kann, braucht klare Regeln von Anfang an. Leinenführigkeit ist kein Komfortthema, sondern Sicherheitsfrage — Unterstützung findest du bei den Hundeschulen.

🩺 Gesundheit: was aus beiden Linien kommt

🧬 Aus der Pudel-Linie

  • Progressive Retinaatrophie (prcd-PRA) — Fortschreitende Netzhautdegeneration, die zuerst zu Nachtblindheit und später zur Erblindung führt. Beim Pudel per Gentest sicher abklärbar, deshalb gehört das Ergebnis beider Elterntiere auf den Tisch.
  • Hüftgelenksdysplasie — Fehlentwicklung des Hüftgelenks mit späterer Arthrose; beim Großpudel als Elternteil großer Doodles das wichtigste orthopädische Thema und über eine Röntgenauswertung beurteilbar.
  • Idiopathische Epilepsie — Wiederkehrende Krampfanfälle ohne erkennbare andere Ursache, meist mit Beginn im jungen Erwachsenenalter. Es gibt keinen Gentest, wohl aber die Frage an den Züchter nach Anfallsleiden in der Linie.
  • Von-Willebrand-Erkrankung Typ 1 — Erbliche Störung der Blutgerinnung, die bei Verletzungen und Operationen zu verlängerten Blutungen führen kann. Beim Pudel ist Typ 1 bekannt und per Gentest überprüfbar.
  • Sebadenitis — Entzündliche Erkrankung der Talgdrüsen der Haut mit Schuppen, Haarverlust und stumpfem Fell. Sie tritt beim Pudel gehäuft auf und wird über eine Hautbiopsie diagnostiziert.

🧬 Aus der Linie Deutsche Dogge

  • Dilatative Kardiomyopathie (DCM) — Erkrankung des Herzmuskels, bei der sich das Herz vergrößert und nicht mehr kräftig genug pumpt. Bei der Deutschen Dogge zählt sie zu den häufigsten Todesursachen; ein Herzultraschall der Elterntiere ist deshalb unverzichtbar.
  • Magendrehung — Riesen mit tiefem Brustkorb sind besonders gefährdet: Der Magen dreht sich um die eigene Achse und schnürt die Blutversorgung ab. Ohne sofortige Operation endet das tödlich — die Anzeichen sollte jeder Halter kennen.
  • Wobbler-Syndrom — Neurologische Erkrankung, bei der sich der Wirbelkanal im Halsbereich verengt und das Rückenmark eingeengt wird; Folge sind Koordinationsstörungen und Schwäche der Gliedmaßen. Bei großen Rassen wie der Dogge bekannt.
  • Hüft- und Ellbogendysplasie — Beide Gelenkerkrankungen sind bei der Deutschen Dogge beschrieben und wiegen bei diesem Körpergewicht besonders schwer. Ohne offizielle Röntgenauswertung beider Elterntiere ist das Risiko nicht einschätzbar.
  • Deutlich verkürzte Lebenserwartung der Ursprungsrasse — Die Deutsche Dogge gehört zu den kurzlebigsten Hunderassen überhaupt. Ob der Pudelanteil daran etwas ändert, ist nicht belegt — frag nach dem Alter und den Todesursachen der Vorfahren.

🔬 Diese Untersuchungen der Elterntiere solltest du sehen

  • Augenuntersuchung beider Elterntiere durch eine Fachtierärztin oder einen Fachtierarzt für Augenheilkunde (Katarakt, Netzhaut)
  • prcd-PRA-Gentest beider Elterntiere
  • Herzultraschall der Doggen-Seite (DCM)
  • HD- und ED-Röntgenauswertung beider Elterntiere
  • Angaben zu Alter und Todesursache der Vorfahren

Ein Doodle kann Erbkrankheiten beider Elternlinien erben. Dass Mischlinge robuster wären, ist nicht belegt: Bryson et al. (PLoS One 2024, 9.402 Hunde) fanden in 86,6 % der Vergleiche keinen Unterschied zu den Ursprungsrassen — mehr dazu im Doodle-Faktencheck. Entscheidend ist die Gesundheitstestung der Elterntiere. Für Vorsorge und Checks findest du Praxen in unserem Tierarzt-Verzeichnis.

🎯 Für wen passt ein Great Danoodle?

✅ Passt zu dir, wenn …

  • du Platz und ein passendes Auto für einen 70-Kilo-Hund hast
  • du einen ruhigen, gelassenen Begleiter suchst
  • du im ersten Lebensjahr konsequent auf Gelenkschutz achtest
  • du dich mit den Gesundheitsrisiken der Doggen-Linie auseinandersetzt

⛔ Eher nicht, wenn …

  • eine Lebenserwartung von etwa acht bis zwölf Jahren für dich nicht tragbar ist
  • das Budget für Futter, Medikamente nach Gewicht und Narkosen knapp ist
  • du einen sportlichen Begleiter für lange Touren suchst
  • der Züchter keinen Herzultraschall der Doggen-Seite vorlegt

🔗 Ähnliche Varianten

❓ Häufige Fragen

Wie groß wird ein Great Danoodle?

Meist 60 bis 85 cm bei 35 bis 70 kg — damit ist er der schulterhöchste Doodle überhaupt. Die Spanne hängt vom Pudel-Elternteil ab, bleibt bei einem Mischling aber unvorhersehbar. Plane Platz, Auto und Budget am oberen Ende der Spanne.

Wie viel Bewegung braucht ein Great Danoodle?

Etwa ein bis eineinhalb Stunden ruhige Bewegung am Tag. Die Deutsche Dogge hat trotz ihrer Größe erstaunlich wenig Bewegungsdrang. Im ersten Lebensjahr gilt strenger Gelenkschutz: kein Joggen, keine weiten Sprünge, Treppen möglichst vermeiden, weil die Gelenke bei Riesen sehr langsam ausreifen.

Welche Gesundheitsrisiken hat ein Great Danoodle?

Aus der Doggen-Linie vor allem die dilatative Kardiomyopathie, eine der häufigsten Todesursachen dieser Rasse, dazu Magendrehung, das Wobbler-Syndrom und Gelenkerkrankungen. Aus der Pudel-Linie kommen prcd-PRA, Hüftdysplasie und weitere Punkte. Die Deutsche Dogge zählt außerdem zu den kurzlebigsten Rassen überhaupt.

Welche Gesundheitstests sollten die Elterntiere haben?

Von beiden Seiten Augenuntersuchung, prcd-PRA-Gentest sowie HD- und ED-Röntgenauswertung. Auf der Doggen-Seite ist ein Herzultraschall zur Abklärung einer dilatativen Kardiomyopathie unverzichtbar. Frag zusätzlich nach Alter und Todesursache der Vorfahren.

Quellen: Bryson et al. 2024, PLoS One („The doodle dilemma“, PMID 39196904) · Cadieu et al. 2009, Science (Fellgenetik, PMID 19713490) · Rasse-Gesundheitsinformationen und tiermedizinische Fachquellen zur Deutschen Dogge (dilatative Kardiomyopathie als häufige Todesursache, Magendrehung, Wobbler-Syndrom, Gelenkerkrankungen) sowie zu Pudel-Erbkrankheiten. Größen-, Wesens- und Preisangaben sind typische Spannen, Stand Juli 2026.
Hinweis: „Doodle" ist keine anerkannte Rasse — Aussehen, Fell, Haaren und Wesen variieren auch innerhalb eines Wurfs. Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.

Folge uns auf Instagram

Die schönsten Orte, Tipps & Aktionen rund um den Hund – täglich frisch auf @ocepaw.de

Jetzt folgen