Welpen-Tipps
Die 10 wichtigsten Tipps für die ersten Wochen
Ein Welpe zieht ein – aufregend und herausfordernd zugleich! Die ersten Wochen und Monate prägen deinen Hund fürs ganze Leben. Hier sind die 10 wichtigsten, wissenschaftlich fundierten Tipps für einen gelungenen Start – jeder mit einer seriösen Quelle (u. a. AVSAB, AAHA, ASPCA).
Wichtig: Das ersetzt keine individuelle Beratung – sprich Impfungen, Entwurmung und Fütterung immer mit deiner Tierarztpraxis ab. 🐶🐾
1 Sozialisierung in der sensiblen Phase nutzen
Die wichtigste Prägungsphase liegt in den ersten drei Lebensmonaten (ca. 3.–14. Woche). Setze deinen Welpen jetzt kontrolliert und positiv vielen Menschen, Tieren, Geräuschen und Umgebungen aus – ohne ihn zu überfordern. Laut AVSAB sollte die Sozialisierung sogar beginnen, bevor die Grundimmunisierung komplett ist, denn Verhaltensprobleme sind die häufigste Todesursache bei jungen Hunden.
2 Positiv verstärken statt strafen
Belohne erwünschtes Verhalten konsequent mit Futter, Lob oder Spiel und lenke unerwünschtes Verhalten um. Verzichte vollständig auf aversive Hilfsmittel wie Stachel-, Würge- oder Sprühhalsbänder und auf Leinenrucke. Belohnungsbasiertes Training ist nachweislich wirksamer und schont die Beziehung zwischen dir und deinem Hund.
3 Grundimmunisierung nach Impfplan
Welpen erhalten eine Impfserie, die meist mit 6–8 Wochen startet und in Abständen von 2–4 Wochen bis zur 16. Lebenswoche (oder später) fortgesetzt wird. Halte die Termine genau ein, da der mütterliche Nestschutz die Impfwirkung anfangs blockieren kann. Den individuellen Plan (Core- und Non-Core-Impfungen) besprichst du mit deiner Tierarztpraxis.
4 Konsequent entwurmen
Welpen sind besonders anfällig für Spul- und Hakenwürmer, daher beginnt die Entwurmung sehr früh: erstmals etwa am 14. Tag nach der Geburt, dann alle zwei Wochen bis zwei Wochen nach dem Absetzen. Bei erhöhtem Risiko (z. B. Welpengruppen) sind danach monatliche Behandlungen bis zum sechsten Monat sinnvoll. Idealerweise stützt du Entscheidungen auf Kotuntersuchungen und tierärztlichen Rat.
Quelle: ESCCAP – Entwurmung von Hunden ↗
5 Altersgerechtes Futter & kontrolliertes Wachstum
Füttere ein vollständiges, auf das Welpenalter abgestimmtes Alleinfutter und vermeide Tischreste oder eigenmächtige Kalziumpräparate. Gerade großwüchsige Rassen brauchen ein gebremstes, gleichmäßiges Wachstum mit kontrolliertem Kalziumgehalt – zu viel Energie oder Kalzium und zu schnelles Wachstum fördern Skelett-Entwicklungsstörungen. Portioniere die Mahlzeiten, statt unbegrenzt anzubieten.
Quelle: Today's Veterinary Nurse – Large-Breed Puppy Nutrition ↗
6 Genug Schlaf ermöglichen
Welpen schlafen sehr viel – oft 18 bis 20 Stunden am Tag – und brauchen diesen Schlaf für die Entwicklung von Gehirn, Nerven, Immunsystem und Muskeln. Sorge für einen ruhigen, sicheren Rückzugsort und unterbrich Ruhephasen nicht ständig durch Bespaßung. Übermüdung zeigt sich oft durch hektisches Beißen und Überdrehtsein.
7 Stubenreinheit positiv aufbauen
Bring deinen Welpen sehr regelmäßig nach draußen – nach dem Aufwachen, Fressen, Spielen und sobald du Anzeichen wie Schnüffeln oder Kreiseln siehst – und lobe sofort am richtigen Ort. Beaufsichtige ihn anfangs eng und schränke den Bewegungsradius ein, damit Erfolge leichter werden. Bestrafe Missgeschicke niemals nachträglich – Schimpfen erzeugt nur Angst und keinen Lerneffekt.
8 Beißhemmung & Spielbeißen lenken
Welpen erkunden mit dem Maul und müssen erst lernen, ihre Beißkraft zu dosieren. Wenn die Zähne zu fest zupacken, gib einen kurzen, hohen Aufschrei und unterbrich das Spiel für 30–60 Sekunden – so lernt dein Welpe, dass Menschen empfindlich sind. Biete immer ein passendes Kau- oder Zerrspielzeug als Alternative an, statt mit den Händen zu raufen.
9 Alleinbleiben schrittweise üben
Gewöhne deinen Welpen von Anfang an in kleinen Schritten ans Alleinbleiben – erst nur wenige Sekunden Abstand im selben Raum, dann langsam längere Zeiten und Distanzen. Verknüpfe das Alleinsein mit etwas Angenehmem wie einem gefüllten Kausnack und steigere nur so weit, dass kein Stress entsteht. Schimpfe nie bei der Rückkehr – das verschlimmert Trennungsprobleme.
10 Erster Tierarztbesuch, Chip & Registrierung
Stelle deinen Welpen früh für einen Gesundheitscheck in der Tierarztpraxis vor und nutze den Termin auch für die Kennzeichnung per Mikrochip. Der Chip wird wie eine Impfung unter die Haut gesetzt und enthält eine Identifikationsnummer. Entscheidend ist, ihn in einer Haustierdatenbank zu registrieren und die Kontaktdaten aktuell zu halten – sonst kann ein entlaufener Hund nicht zugeordnet werden.
Quelle: AVMA – Microchipping FAQ ↗