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Hund impfen: wann, wogegen und wie oft

Warum Tollwut in Deutschland keine Standardimpfung mehr ist – und trotzdem fast jeder Hund sie braucht

Veröffentlicht am

Teil des Themas Gesundheit & Notfall

💉 Tollwut ist in Deutschland keine Standardimpfung mehr

Das überrascht die meisten, und es stimmt trotzdem: Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin stuft die Tollwutimpfung seit einiger Zeit nicht mehr als Core-Impfung ein — weil die terrestrische Tollwut in Deutschland getilgt ist.

Trotzdem braucht sie fast jeder Hund. Warum das kein Widerspruch ist, welche vier Impfungen wirklich zum Standard gehören, wann der Welpe drankommt und wie oft danach aufgefrischt wird — hier der Überblick.

🎯 Core und Non-Core: der Unterschied, der zählt

Die tierärztliche Impfleitlinie unterscheidet zwei Gruppen. Core-Impfungen sollte jeder Hund bekommen, unabhängig davon, wie er lebt — sie schützen vor Krankheiten, die schwer verlaufen oder häufig sind. Non-Core-Impfungen hängen davon ab, wo der Hund lebt und was er tut.

GruppeImpfungFür wen
CoreStaupejeder Hund
Parvovirosejeder Hund
Leptospirosejeder Hund
Non-CoreZwingerhusten (Bordetella, Parainfluenza)Hundekontakt in Gruppen, Pension, Hundetagesstätte
Borrelioseje nach Zeckenlage der Region
LeishmanioseReisen in den Mittelmeerraum
HerpesvirusZuchtbestände
Dermatophytose (Hautpilz)Einzelfall

Und wo bleibt die Tollwut?

Fachlich ist sie in Deutschland Non-Core, weil es die Krankheit hier bei Landsäugetieren nicht mehr gibt. Praktisch führt an ihr kaum ein Weg vorbei: Für jede Reise ins Ausland ist sie vorgeschrieben, viele Hundepensionen und Tagesstätten verlangen sie, und im Fall eines Bisses hat ein geimpfter Hund die deutlich bessere Rechtsposition.

Wer also plant, mit dem Hund je über die Grenze zu fahren, impft. Wer das sicher ausschließt, kann es mit der Tierärztin besprechen — das ist der Punkt, an dem „Non-Core" eine echte Entscheidung wird und keine Formalie.

🗓️ Der Welpenplan

Die Grundimmunisierung ist keine einzelne Spritze, sondern eine Reihe — und sie ist erst mit der letzten Impfung abgeschlossen. Nach der Impfleitlinie erhält der Welpe die erste Impfung mit acht Wochen, dann folgen zwölf Wochen, sechzehn Wochen und schließlich fünfzehn Monate.

Der Termin mit fünfzehn Monaten wird am häufigsten vergessen. Er gehört zur Grundimmunisierung dazu; ohne ihn ist die Reihe nicht komplett, auch wenn der Hund dreimal geimpft wurde.

🔁 Wie oft danach

Hier hat sich in den letzten Jahren am meisten geändert — weg vom jährlichen Rundum-Termin, hin zu unterschiedlichen Abständen je Impfung:

  • Staupe und Parvovirose: je nach Impfstoff bis zu drei Jahre
  • Leptospirose: jährlich — der Schutz hält hier deutlich kürzer
  • Tollwut: je nach Impfstoff alle zwei bis drei Jahre

Das heißt nicht, dass der jährliche Termin überflüssig wird: Die Leptospirose steht ohnehin jedes Jahr an, und der Termin ist die Gelegenheit für die Untersuchung, bei der Zähne, Gewicht, Herz und Gelenke angesehen werden. Nur bekommt der Hund eben nicht mehr jedes Mal alles.

Zwei Dinge, die schiefgehen

Die Reise wird zu knapp geplant. Eine erstmalige Tollwutimpfung wird für Reisen innerhalb der EU erst nach einer Wartezeit gültig — wer den Termin zwei Wochen vor dem Urlaub macht, fährt ohne gültigen Schutz. Der Impftermin gehört zur Reiseplanung, nicht ans Ende.

Der Impfpass bleibt zu Hause. Ohne ihn kann keine Praxis nachvollziehen, was wann geimpft wurde, und im Zweifel wird neu grundimmunisiert. Fotografiere die Seiten einmal ab — das kostet nichts und hat schon manchen Doppeltermin gespart.

Was du mit in die Praxis nehmen solltest

  • Den Impfpass und, falls vorhanden, den EU-Heimtierausweis.
  • Wie der Hund lebt: Hundetagesstätte, Pension, Hundesport oder eher allein zu Hause — davon hängen die Non-Core-Impfungen ab.
  • Reisepläne für die nächsten zwölf Monate, auch vage. Sie entscheiden über Tollwut und Leishmaniose.
  • Die Frage nach dem Abstand: Welcher Impfstoff wurde verwendet und wie lange gilt er? Das steht im Pass und beantwortet die Frage nach dem nächsten Termin.
🩺 Eine Praxis in deiner Nähe findest du im Verzeichnis Tierärzte in DACH, außerhalb der Sprechzeiten über den tierärztlichen Notdienst. Was der Impftermin und alles andere übers Jahr kostet, rechnet Was kostet ein Hund auf. Und wenn es tatsächlich über die Grenze geht: Mit Hund in den Urlaub nimmt die Formalien mit.
Quellen: Bundesverband für Tiergesundheit: Impfempfehlung Kleintier, gestützt auf die Impfleitlinie der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut (Core-Impfungen, Grundimmunisierung mit 8, 12, 16 Wochen und 15 Monaten, Einstufung der Tollwut nach Tilgung der terrestrischen Tollwut). Stand: 19. August 2026. Dieser Ratgeber ersetzt kein Impfgespräch — welcher Impfstoff wie lange gilt und was dein Hund braucht, entscheidet die Tierärztin im Einzelfall.

Häufige Fragen

Welche Impfungen braucht ein Hund unbedingt?
Als Core-Impfungen gelten in Deutschland Staupe, Parvovirose und Leptospirose — die sollte jeder Hund bekommen, unabhängig davon, wie er lebt. Alles Weitere ist Non-Core und hängt von den Umständen ab: Zwingerhusten bei Hundekontakt in Gruppen, Pension oder Tagesstätte, Borreliose je nach Zeckenlage der Region, Leishmaniose bei Reisen in den Mittelmeerraum.
Ist die Tollwutimpfung Pflicht?
Fachlich ist sie in Deutschland keine Core-Impfung mehr, weil die terrestrische Tollwut hier getilgt ist. Praktisch führt trotzdem kaum ein Weg an ihr vorbei: Für jede Reise ins Ausland ist sie vorgeschrieben, viele Hundepensionen und Tagesstätten verlangen sie, und nach einem Bissvorfall steht ein geimpfter Hund rechtlich deutlich besser da. Wichtig bei Reisen: Eine erstmalige Impfung wird erst nach einer Wartezeit gültig — der Termin gehört an den Anfang der Reiseplanung.
Wie läuft der Impfplan beim Welpen?
Die Grundimmunisierung ist eine Reihe, keine einzelne Spritze: erste Impfung mit acht Wochen, dann mit zwölf Wochen, mit sechzehn Wochen und schließlich mit fünfzehn Monaten. Der letzte Termin wird am häufigsten vergessen — ohne ihn ist die Grundimmunisierung nicht abgeschlossen, auch wenn der Hund dreimal geimpft wurde.
Wie oft muss man einen Hund nachimpfen?
Nicht mehr alles jährlich. Staupe und Parvovirose halten je nach Impfstoff bis zu drei Jahre, Tollwut je nach Impfstoff zwei bis drei Jahre, Leptospirose dagegen nur ein Jahr. Der jährliche Termin bleibt trotzdem sinnvoll: Die Leptospirose steht ohnehin an, und die Untersuchung dabei erfasst Zähne, Gewicht, Herz und Gelenke. Nur bekommt der Hund nicht mehr jedes Mal alles.

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