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Wo der Hund eine eigene Speisekarte bekommt: die Top 5 in Österreich und der Schweiz

Hundeschwimmteich, BARF-Gefriertruhe und 150.000 m² Gassi-Gelände – zehn Häuser mit belegten Zahlen

In Nordrhein-Westfalen haben wir für eine Top-Liste alles abgesucht und am Ende einen Hundeeis-Automaten als Höhepunkt gefunden. Kein Lokal mit Hundespeisekarte, keines mit eingezäuntem Freilauf, keines mit Hundebett am Tisch.

Dieselbe Suche in Österreich und der Schweiz führt in eine andere Welt. Dort gibt es Häuser mit eigener Hundeküche, mit Hundeschwimmteich, mit 150.000 Quadratmetern eigenem Gassi-Gelände am Haus — und mit einer À-la-carte-Karte, von der der Hund sich etwas aussuchen darf.

Zehn Häuser, fünf pro Land, jedes mit belegten Zahlen. Und ein Muster, das erklärt, warum der Unterschied so groß ist.

Der Maßstab ist derselbe wie immer bei uns: Der Hund muss mit hinein dürfen, und das Angebot muss über Napf und Leckerli hinausgehen. Alle Angaben stammen von den Häusern selbst oder aus benannten Quellen — nachprüfbar, nicht nacherzählt.

🇦🇹 Die fünf in Österreich

1Hotel Klosterbräu & Spa

Seefeld in Tirol

Das Haus, das am konsequentesten zu Ende gedacht hat. Der Hund isst hier nicht Reste vom Tisch, sondern von einer eigenen À-la-carte-Karte.

  • Hund im Hauptrestaurant zu Frühstück und Abendessen, im À-la-carte-Restaurant „Bräukeller & Grill" den ganzen Tag
  • Eigener Restaurantbereich für Hundebesitzer — kein Nebentisch beim Ausgang
  • Eigene Hundemenü-Karte, Futter von „Dinner for Dogs"
  • Hundebetten mit Welcome-Paket samt Näpfen, Wassernäpfe im ganzen Haus
  • 150.000 m² Gassi- und Faulenzergelände direkt am Haus, Zimmer mit direktem Gartenzugang buchbar
  • Kosten: 30 Euro pro Nacht — und eine Größengrenze: Der Hund darf die Tischkante nicht erreichen, also etwa bis 60 cm Schulterhöhe

Die Fläche ist der eigentliche Luxus — fünfzehn Hektar direkt am Haus. Ehrlich dazugesagt gehört aber beides andere: Klosterbräu ist keines der Häuser, in denen der Hund gratis mitreist, und wer eine Dogge oder einen Schäferhund hat, fällt durch die Größengrenze. Für kleine und mittlere Hunde ist es dafür das durchdachteste Angebot im Vergleich.

2Almfrieden Hotel & Romantikchalet

Ramsau am Dachstein

Wenn Klosterbräu die Gastronomie gewinnt, gewinnt Almfrieden die Infrastruktur. Das Haus ist für Schlechtwettertage gebaut — und das ist im Hundeurlaub der entscheidende Unterschied.

  • 75 m² Indoor-Hundespielzimmer — für Regentage, an denen sonst alle in der Lobby sitzen
  • Eingezäunter Agility-Spielpark und eingezäunter Hundepool im Garten, jederzeit zugänglich
  • Eigene Hundemenü-Karte, abends täglich frisch gekochtes Hundeessen
  • Täglich hausgemachte Hundeeis-Cocktails, dazu Naschecke und täglich Hundekuchen
  • Vier geführte hundefreundliche Wanderungen pro Woche, dazu wöchentliche Social Walks mit der hauseigenen Hundetrainerin
  • Zwei Hunde pro Zimmer gratis, Hund im Restaurant willkommen

Der Social Walk mit Trainerin ist das Detail, das aus einem Hotel ein Angebot macht: Wer mit einem unsicheren oder reaktiven Hund reist, bekommt hier etwas, das kein Napf ersetzt.

3Hotel Grimming

Rauris, Salzburger Land

Das Haus mit der klarsten Ansage. Auf der eigenen Website steht wörtlich: „Hunde wohnen, urlauben und futtern bei uns kostenfrei – egal wie viele ihr mitbringt."

  • 4.500 m² eingezäunte Hundewiese mit drei getrennten Bereichen zum Spielen und Toben
  • Agility-Platz und Schwimmteich
  • 100 % eigenes Futter aus dem Haus
  • DogsLounge mit Hundedusche und Handtüchern — für den Moment nach der Schlammrunde
  • Im Winter kostenfreies DogSitting im hauseigenen DogCenter
  • Hundebetten, Decken und Näpfe im ganzen Haus

„Egal wie viele" ist der Satz, den Mehrhundehalter sonst nie zu hören bekommen — dort endet Hundefreundlichkeit üblicherweise beim zweiten Hund und einem Aufpreis pro Nacht.

4Hotel Magdalena

Ried im Zillertal, Tirol

Das Haus mit dem größten Wasserangebot — und mit einer Idee, die man sonst nur aus der Humanmedizin kennt.

  • Großer Hundeschwimmteich, täglich von 7 bis 18 Uhr nutzbar
  • BARF-Hundespeisekarte (NESTOS) an der Rezeption, ausschließlich regionale Produkte
  • Hundemassagen im Angebot
  • Hundewaschraum mit Dusche, Hundespielplatz, Näpfe und Körbchen kostenfrei
  • Geführte Wanderungen, Hundesitting, Hund im Restaurant willkommen — dort liegen Hundedecken kostenlos zum Ausleihen bereit
  • Ein Hund gratis, jeder weitere 20 Euro pro Tag; ausgenommen bleiben Buffet und Wellnessbereich
  • Mit fünf Pfoten zertifiziert — der höchsten Stufe für Urlaub mit Hund

5SiL

Wien · Café

Der Stadtvertreter in dieser Runde, und er zeigt, dass es die große Anlage nicht braucht. Auf der eigenen Seite steht knapp: „Ja, wir sind ein hundefreundliches Lokal!" — und dazu eine spezielle Hunde-Speisekarte.

Praktischer noch, ebenfalls im Wortlaut des Hauses: „Bitte geben Sie bei der Reservierung an, dass Sie mit Hund kommen, damit wir Ihnen einen passenden Tisch zuweisen können." Genau daran scheitern Stadtbesuche mit großem Hund sonst — nicht am guten Willen, sondern am Quadratmeter neben dem Stuhl.

🇨🇭 Die fünf in der Schweiz

1Precise Tale Seehof Davos

Davos, Graubünden

Beim Award des Portals hundehotel.info als hundefreundlichstes Hotel der Schweiz ausgezeichnet — ein Fünf-Sterne-Haus von 1869 an der Davoser Promenade.

  • Hundedecken, Hundehandtücher und Wassernäpfe im Zimmer
  • Hundebetreuung gegen Aufpreis buchbar

Ehrlich zur Quellenlage: Das ist alles, was sich belegen lässt. Die Hotelseite selbst erwähnt Hunde nirgends, und die Auszeichnung stammt aus einem älteren Award-Jahrgang. Ob der Hund mit ins hoteleigene Restaurant darf — für uns sonst das Aufnahmekriterium — ist nicht dokumentiert. Das Haus steht hier wegen der Auszeichnung; wer wegen des Restaurants bucht, fragt vorher nach. Aus unserem Verzeichnis haben wir es aus genau diesem Grund wieder herausgenommen.

2Steigenberger Grandhotel Belvédère

Davos, Graubünden

Fünf Sterne, und das Haus mit dem umfangreichsten Angebot für Rohfütterer. Der Hoteldirektor bringt selbst zwei Haushunde mit — Tango und Cash begrüßen die Gäste.

Wichtig zur Einordnung: Die Hotelseite selbst formuliert nur knapp „Pets are allowed on request (for a fee)" — der Hund kostet also etwas, und die folgenden Angebote sind dort nicht aufgeführt. Sie stammen aus der Berichterstattung von hundehotel.info und aus Gästeberichten. Frag sie bei der Buchung ab, statt dich auf sie zu verlassen.

  • Im Bistro Voilá ein umfangreiches Hundemenü: Rind, Huhn, Gemüse oder Reis — roh, kalt oder warm
  • Hundewaschplatz im Haus
  • Gefriertruhe für die BARF-Fütterung — das Detail, an dem Rohfütterer sonst jeden Urlaub scheitern
  • Hund jederzeit mit ins Bistro

Die Gefriertruhe klingt banal und ist es überhaupt nicht: Wer BARF füttert, steht im Hotel sonst vor der Wahl zwischen Minibar-Fach und Futterumstellung im Urlaub — die häufigste Ursache für Durchfall unterwegs.

3Swiss Lodge Hotel Bernerhof

Wengen, Berner Oberland

Das Haus mit dem breitesten Service-Angebot — und mit einem Standortvorteil, der für Hunde mehr wert ist als jede Ausstattung: Wengen ist autofrei.

  • Eigene Aussage: „ein Restaurant, in dem Hunde natürlich gestattet sind, gehört auch dazu"
  • Hundedusche kostenlos
  • Eigener kleiner Hundeshop mit verschiedenem Hundefutter, Snacks und hausgemachten Keksen
  • Hundespaziergänge und Tagesbetreuung buchbar
  • Hundeseminare vor Ort

4Ferdinand im CERVO Mountain Resort

Zermatt, Wallis

Wohlerzogene Hunde sind im gesamten Resort willkommen — auch drinnen im Ferdinand, nicht nur auf der Terrasse. Hundebett und Wassernapf werden gestellt, dazu Matten und Leckerli.

Zwei Zahlen, die den Vergleich zu Seefeld interessant machen: Der Hund kostet 30 Franken pro Nacht — und die Grenze liegt bei 100 Kilo. Wer mit einem großen Hund reist und beim Klosterbräu an der 60-Zentimeter-Regel scheitert, ist hier richtig.

Dazu derselbe Standortvorteil wie in Wengen, nur konsequenter: Zermatt ist autofrei. Wer mit einem Hund reist, der schlecht am Verkehr geht, findet hier eine Ortschaft, in der das Problem schlicht nicht existiert.

5Restaurant Twist im Valsana Hotel

Arosa, Graubünden

Das Haus führt ein eigenes „Dog Lovers"-Paket für die Sommermonate — das ist die einzige Hundeangabe, die auf der offiziellen Seite steht. Dass der Hund im Restaurant Twist samt Lounge willkommen ist und ein Begrüßungsleckerli, Näpfe und eine Decke bekommt, entnehmen wir Gästeberichten und Gastroführern, nicht dem Hotel selbst.

Damit ist es der am schwächsten belegte Eintrag dieser Liste — er steht hier, weil das Angebot mehrfach unabhängig beschrieben wird, aber bei diesem Haus lohnt der Anruf vor der Buchung mehr als bei den anderen neun.

Warum der Unterschied so groß ist

Auffällig ist nicht nur, dass Österreich und die Schweiz weiter sind, sondern wo das Angebot sitzt: Neun der zehn Häuser sind Hotels mit Restaurant, keine reinen Gaststätten.

Das erklärt einiges. Ein Hotel verkauft Aufenthalte von mehreren Nächten — da lohnt sich eine Hundewiese, eine Waschstation, eine Trainerin. Ein Stadtrestaurant verkauft zwei Stunden, und in zwei Stunden amortisiert sich kein Agility-Park. Dazu kommt die Alpenlage: Wer ohnehin Wanderurlaub verkauft, hat die Fläche schon.

Für die Praxis heißt das: Wer wirklich Spitzenklasse sucht, sucht nach Hotels, nicht nach Restaurants — und schaut auf die Speisekarte des Hauses, nicht auf ein Portal-Häkchen.

Und der ehrliche Vergleich: Unsere NRW-Liste endet beim Hundeeis-Automaten in Köln — der ist originell, aber er ist eben auch das Maximum, das ein ganzes Bundesland mit 18 Millionen Einwohnern hergibt. Das ist kein Vorwurf an die Wirte, sondern eine Marktlücke: Die Hürde ist niedrig, und wer sie nimmt, steht sofort allein da.

Worauf du beim Buchen achtest

Steht der Hund auf der Rechnung? Der Unterschied zwischen „Hunde willkommen" und „Hunde kostenfrei, egal wie viele" sind bei zwei Wochen und zwei Hunden schnell dreistellige Beträge.

Gibt es einen Innenraum für Regentage? Ein Agility-Park ist schön, ein Indoor-Spielzimmer rettet den Urlaub. In den Alpen regnet es.

Wie ist das Futter geregelt? Wer BARF oder eine Diät füttert, fragt nach Kühlung und Gefrierfach — nicht nach dem Hundemenü. Eine Futterumstellung im Urlaub ist die häufigste Ursache für Durchfall unterwegs.

Und die Ortschaft? Autofrei schlägt jede Hotelausstattung. Zermatt und Wengen sind für ängstliche oder schlecht leinenführige Hunde ein anderes Reiseerlebnis als ein Ort an der Durchgangsstraße.

Das Fazit in einem Satz

In Österreich und der Schweiz ist Hundefreundlichkeit ein Geschäftsmodell, in Deutschland überwiegend eine Geste — und der Unterschied lässt sich in Quadratmetern messen: 150.000 eigenes Gassi-Gelände in Seefeld gegen einen Wassernapf am Eingang.

Wer einmal in einem Haus war, in dem der Hund eine eigene Karte bekommt und die Gefriertruhe für sein Futter bereitsteht, versteht schnell, warum diese Häuser ausgebucht sind.

Stand August 2026. Alle Angaben stammen von den Häusern selbst oder aus benannten Quellen und waren zum Zeitpunkt der Recherche abrufbar. Ausstattung und Preise ändern sich — besonders bei den kostenlosen Leistungen lohnt vor der Buchung eine kurze Rückfrage, ebenso wenn du mit mehreren Hunden oder einem Listenhund anreist. Wir stehen mit keinem der genannten Häuser in einer Geschäftsbeziehung und erhalten keine Provision.

Häufige Fragen

Welches Hotel in Österreich ist am hundefreundlichsten?
Nach unserer Recherche das Hotel Klosterbräu & Spa in Seefeld in Tirol – wegen einer Kombination, die kein anderes Haus so bietet. Der Hund darf ins Hauptrestaurant zu Frühstück und Abendessen und den ganzen Tag ins À-la-carte-Restaurant „Bräukeller & Grill", es gibt einen eigenen Restaurantbereich für Hundebesitzer und eine eigene Hundemenü-Karte. Entscheidend ist aber das Gelände: Direkt am Haus liegen 150.000 Quadratmeter privates Gassi- und Faulenzergelände, auf dem für Hunde der Gäste kein Leinenzwang gilt. Fünfzehn Hektar, auf denen der Hund frei laufen darf, ohne dass man kommunales Ordnungsrecht im Kopf haben muss – das lässt sich sonst nirgends buchen.
Gibt es Hotels mit eigener Hundespeisekarte?
Ja, in Österreich und der Schweiz mehrere. Das Hotel Klosterbräu in Seefeld führt eine À-la-carte-Karte für Hunde mit Futter von „Dinner for Dogs". Das Hotel Magdalena in Ried im Zillertal hält an der Rezeption eine BARF-Hundespeisekarte (NESTOS) mit ausschließlich regionalen Produkten bereit. Das Almfrieden in Ramsau am Dachstein hat eine eigene Hundemenü-Karte und kocht abends täglich frisch für Hunde, dazu gibt es täglich hausgemachte Hundeeis-Cocktails. Im Bistro Voilá des Steigenberger Grandhotels Belvédère in Davos umfasst das Hundemenü Rind, Huhn, Gemüse oder Reis – roh, kalt oder warm. In Deutschland haben wir bei derselben Recherche keinen einzigen belegten Fall gefunden.
Wo kann mein Hund im Urlaub schwimmen?
Zwei österreichische Häuser haben ein eigenes Gewässer für Hunde auf dem Gelände. Das Hotel Magdalena in Ried im Zillertal betreibt einen großen Hundeschwimmteich, der täglich von 7 bis 18 Uhr nutzbar ist. Das Hotel Grimming in Rauris hat neben seiner 4.500 Quadratmeter großen eingezäunten Hundewiese mit drei getrennten Spielbereichen ebenfalls einen Schwimmteich sowie einen Agility-Platz. Das Almfrieden in Ramsau am Dachstein bietet statt eines Teichs einen eingezäunten Hundepool im Garten, der jederzeit zugänglich ist. Praktischer Hinweis: Nach dem Baden ist eine Waschmöglichkeit Gold wert – Grimming hat dafür eine DogsLounge mit Hundedusche und Handtüchern.
Was kostet der Hund im Hotel?
Das ist der Punkt, an dem sich Häuser am deutlichsten unterscheiden, und er lohnt den Blick vor der Buchung. Das Hotel Grimming in Rauris schreibt auf seiner Website wörtlich: „Hunde wohnen, urlauben und futtern bei uns kostenfrei – egal wie viele ihr mitbringt." Im Almfrieden in Ramsau sind zwei Hunde pro Zimmer gratis, im Gartenhotel Magdalena der erste Hund (jeder weitere 20 Euro pro Tag). Am anderen Ende: Das Klosterbräu in Seefeld verlangt 30 Euro pro Nacht, das CERVO in Zermatt 30 Franken, und das Steigenberger Belvédère in Davos schreibt auf seiner Seite nur „Pets are allowed on request (for a fee)". Andernorts ist ein Tagessatz üblich, der sich bei zwei Wochen und zwei Hunden schnell zu einem dreistelligen Betrag summiert. Für Mehrhundehalter ist „egal wie viele" deshalb das stärkste Argument überhaupt.
Worauf sollte ich bei der Buchung mit Hund achten?
Auf vier Dinge. Erstens die Kosten: Steht der Hund auf der Rechnung, und gilt der Satz je Hund? Zweitens einen Innenraum für Regentage – ein Agility-Park ist schön, aber in den Alpen regnet es, und ein Indoor-Hundespielzimmer wie die 75 Quadratmeter im Almfrieden rettet dann den Urlaub. Drittens das Futter: Wer BARF oder eine Diät füttert, fragt nach Kühlung und Gefrierfach, nicht nach dem Hundemenü – eine Futterumstellung im Urlaub ist eine der häufigsten Ursachen für Durchfall unterwegs. Und viertens die Ortschaft: Autofreie Orte wie Zermatt oder Wengen sind für ängstliche oder schlecht leinenführige Hunde ein völlig anderes Reiseerlebnis als ein Ort an der Durchgangsstraße.

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